Verzögerte Reaktion auf die Zinssenkung
Kräftige Gewinne an der Wall Street

Die New Yorker Aktienmärkte haben auf die Leitzinssenkung der US-Notenbank (Fed) und die jüngsten Konjunkturdaten nach Händlerangaben am Donnerstag mit kräftigen Kursgewinnen reagiert.

Reuters NEW YORK. Der Markt interpretiere die Senkung um 25 Basispunkte als Zeichen dafür, dass die Entwicklung der US-Konjunktur für die Fed nicht so negativ sei wie von einigen Marktteilnehmern befürchtet, hieß es auf dem Parkett. Der Markt reagiere damit verzögert auf die Fed-Entscheidung. "Wir sehen eine verzögerte Reaktion darauf, wie gut es war, dass die Fed die Zinsen um nur 25 Basispunkte gesenkt hat", sagte Arthur Hogan, Chefmarktanalyst bei Jefferies & Co. Auch die Daten zur Entwicklung der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung hätten zu der Kurssteigerung beigetragen, sagte er.

Der Dow-Jones-Index kletterte bis gegen 16.20 Uhr MESZ um 1,71 Prozent auf 10.613,85 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-Index wurde mit 2,68 Prozent im Plus auf 2130,33 Zählern höher bewertet. Nach der US-Zinssenkung am Mittwoch hatten die New Yorker Aktienmärkte uneinheitlich geschlossen. Während der Dow-Jones-Index mit Verlusten auf die Fed-Entscheidung reagierte, gingen die Technologiewerte freundlich aus dem Handel.



Man müsse der Fed trauen, sagte Barry Hyman, Investmentstratege bei Ehrenkrantz King Nussbaum. "Die Fed würde die Zinsen nicht andauernd senken, wenn sie nicht erwarten würde, dass sich die Wirtschaft kurzfristig stabilisieren und erholen wird." Der Zinsschritt lasse der Fed weiteren Raum für Senkungen. Zwar hätten einige Marktteilnehmer mit einer kräftigeren Senkung um 50 Basispunkte gerechnet, sagten Börsianer. Andererseits sei mit der Entscheidung für eine geringere Senkung auch die Gefahr einer Überstimulierung der Wirtschaft mit steigender Inflation gebremst worden.

Die jüngsten Konjunkturdaten hätten die Optimisten am Markt in der Hoffnung bestärkt, dass sich die US-Wirtschaft bald erholen werde, sagten Händler. Das US-Arbeitsministerium hatte zuvor mitgeteilt, die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sei in der Woche zum 23. Juni auf 388.000 (Vorwoche revidiert 404.000) gefallen. Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf 412.000 Anträge gerechnet.

Bei den Unternehmenswerten wurden die Titel des Internetunternehmens Redback Networks um 16 Prozent niedriger mit 9,50 Dollar bewertet. Das Unternehmen hatte am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitgeteilt, der Umsatz im laufenden Quartal werde um voraussichtlich 30 Prozent zurückgehen. Die Titel des Chipherstellers Altera zogen um rund sieben Prozent auf 28,04 Dollar an. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, es werde rund sieben Prozent der Stellen streichen.

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