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Verzögerung bei AOL/Time-Warner-Fusion

Die Federal Communications Commission (FCC) wird die Untersuchung der geplanten Fusion zwischen America Online Inc (AOL), Dulles, und Time Warner Inc, New York, nicht wie angekündigt im laufenden Jahr abschließen können.

vwd DULLES. Wie das "Wall Street Journal" (WSJ) am Donnerstag meldet, verursacht diese Verzögerung den betroffenen Konzernen erhebliche Kosten. Die FCC machte die erst am 14. Dezember erfolgte Zustimmung der Federal Trade Commission für die Verspätung verantwortlich. Da deren Vorgabe erst zu diesem Zeitpunkt vorgelegen habe, hätte die FCC weniger als einen Monat Zeit gehabt, um eine Entscheidung zu treffen, wenn sie den ursprünglich Zeitplan hätte einhalten wollen, hieß es zur Entschuldigung.

Und dies sei für eine so umfassende Transaktion wie die Fusion zwischen den beiden Medienkonzernen eine zu kurze Zeitspanne. Derzeit seien die fünf Mitglieder der FCC dabei, ihre einzelnen Stellungnahmen aufeinander abzustimmen, berichtet die Zeitung. Mindestens drei Kommissionmitglieder müssen einem Konsenspapier zustimmen, damit es wirksam wird. Ein Sprecher von AOL beklagte sich dagegen über die "erheblichen Kosten und den hohen Aufwand", den die Verschiebung der FCC-Entscheidung auf die ersten Wochen des Jahres 2001 nun für den Konzern mit sich bringe. Bedingt seien diese durch eine Umstellung des Rechnungswesens sowie kompliziertere Steuererklärungen.

Besondere Aufmerksamkeit schenke die FCC dem "Instant Messaging Service" (IM) von AOL, berichtet der WSJ-Artikel. Entweder werde die Kommission AOL auffordern, den Service mindestens einem Wettbewerber zugänglich zu machen, sobald Instant Messaging durch eine Verbesserung der Technologie wie zum Beispiel Video Streaming aufgewertet werde. Oder es müsse von vornherein ein offener Zugang gesichert werden, so dass IM-Nutzer mit den Verwendern anderer Provider kommunizieren können, spekuliert das Wirtschaftsblatt.

Die Verflechtung von Time Warner und AT&T Corp, New York, sei dagegen nicht Gegenstand dieser Untersuchung, sondern werde gesondert behandelt, hieß es. So wurde AT&T bereits im Zuge dieser Ermittlungen durch das Justizministerium aufgefordert, seinen Anteil an Road Runner, einem Hochgeschwindigkeits-Internet-Service von Time Warner, zu verkaufen. Nun sei zu erwarten, dass die FCC in dieser gesonderten Untersuchung AT&T zwingen werde, ebenfalls ihren Anteil an Time Warner Entertainment abzustossen, um den Markt für Kabelübertragungen zu entflechten, vermutet das Blatt.

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