Verzweifelte Suche geht weiter
DFB schaut sich jetzt im Ausland nach Trainer um

Nach der Absage von Ottmar Hitzfeld und Otto Rehhagel geht die Suche nach einem Nachfolger von Teamchef Rudi Völler mittlerweile auch im Ausland weiter. Entsprechende Gespräche der Trainerfindungskommission laufen jetzt an, erklärte Franz Beckenbauer am Mittwoch.

HB FRANKFURT/MAIN. Erstmals in seiner 104-jährigen Geschichte erwägt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Einstellung eines ausländischen Bundestrainers. "Die Tendenz geht dahin, dass es ein Ausländer wird", verkündete Franz Beckenbauer im Anschluss an die Sitzung der Trainerfindungskommission (TFK) in der "Bild"-Zeitung (Mittwoch-Ausgabe) und bestätigte damit, dass der DFB die verzweifelte Suche nach einem Nachfolger von Rudi Völler über die Grenzen hinweg ausweitet.

Zwar zählen deutsche Trainer zu den besten der Welt und gelten seit Jahren als Exportschlager. Doch für den vakanten Posten des Bundestrainers sind die meisten offenbar nicht gut genug. Seit den Absagen der Wunschkandidaten Ottmar Hitzfeld und Otto Rehhagel werden an erster Stelle die Namen von Guus Hiddink (PSV Eindhoven), Morten Olsen (Nationalcoach Dänemark) und auch Arsene Wenger (Arsenal London) gehandelt. "Wir haben uns auf einen Arbeitsplan verständigt. Möglich, dass schon am Mittwoch oder Donnerstag erste Resultate vermeldet werden können", sagte Beckenbauer.

Alle Kandidaten stehen jedoch unter Vertrag, was die Verhandlungen erschweren dürfte. "Wir haben uns über das Verfahren verständigt. Die Gespräche laufen jetzt an", erklärte Liga-Präsident Werner Hackmann. Noch nie hat der DFB das höchste Traineramt im Lande an einen Ausländer vergeben. Doch die Pleitenserie in den vergangenen Wochen hat die Verantwortlichen zum Umdenken gezwungen. Nun wird in der TFK ein Modell favorisiert, das in anderen Ländern längst erfolgreich praktiziert wird.

Bei der Europameisterschaft führte Otto Rehhagel die Griechen zum sensationellen Titelgewinn, der Basilianer Luis Felipe Scolari erreichte mit Gastgeber Portugal das Finale. Selbst das Mutterland des Fußballs brach vor zwei Jahren mit den über ein Jahrhundert alten Traditionen - seither schwingt mit dem Schweden Sven-Göran Eriksson erstmals kein Brite das Zepter als Nationalcoach.

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