Veto gilt als herber finanzieller Rückschlag
Schneider will Schadenersatz nach EU-Verbot der Legrand-Fusion

Der französische Elektronikkonzern Schneider will Schadenersatz für die durch die EU-Kommission untersagte Fusion mit dem Konkurrenten Legrand verlangen. Schneider-Chef Henri Lachmann sagte in einem Interview mit der franzöischen Zeitung "Le Monde" vom Montag, dass Schneider in dem "undurchsichtigen" Verfahren "zu schlecht behandelt" worden sei.

Reuters PARIS. Wenn dies erkannt werde, stünde dem Konzern eine Entschädigung zu, sagte Lachmann.

Am 10. Oktober hatte die EU-Kommission den Fusionsantrag der beiden Unternehmen abgelehnt. Die Kartellwächter hatten argumentiert, durch das neue Unternehmen könnte der Wettbewerb in Italien und Frankreich behindert werden. Durch die Verschmelzung wäre der weltweit größte Hersteller von Haushaltsgeräten und ähnlichen Elektroprodukten entstanden. Direkt nach der Entscheidung hatte Schneider gerichtliche Schritte angekündigt, wenngleich Analysten und Juristen einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof wenig Chancen einräumen.

Das Veto aus Brüssel gilt in Expertenkreisen als herber finanzieller Rückschlag für Schneider. Der Konzern hatte bereits 98 % an Legrand erworben und dafür 7,2 Mrd. Euro bezahlt. Der jetzt anstehende Verkauf der Aktien dürfte nach Meinung von Analysten nur mit einem erheblichen Nachlass erfolgen. Bisher hat die EU allerdings noch keine Frist festgesetzt, bis wann Schneider die Legrand-Aktien abgestoßen haben muss.

Lachmann sagte der Zeitung, Schneider benötige das Maximum an Zeit und Flexibilität, um die Trennung zu den besten Bedingungen vorzunehmen. In der Unternehmensstrategie, die die Ausweitung der Produktion von Geräten für Niederspannungstechnik, Maschinensteuerung und Gebäudeleittechnik vorsieht, werde sich aber nichts ändern.

Die Schneider-Aktien notierten am Nachmittag in einem schwächeren Marktumfeld mit knapp einem Prozent im Minus bei 45,10 Euro.

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