Vetrieb durch Online-Broker gilt als Outsourcing
BAKred fordert mehr Kontrolle beim Fondsvertrieb

Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred) will, dass Investmentgesellschaften künftig den Vertrieb ihrer Produkte durch Dritte überwachen sollen. Die neue Regelung könne bereits in der zweiten Jahreshälfte gefunden werden, sagte Thomas Neumann, Referatsleiter inländische Bankenaufsicht des BAKred, laut einem Vorabbericht der "Börsen-Zeitung" (Dienstagsausgabe).

Reuters FRANKFURT. Nach derzeitigem Stand der Diskussion solle der Vertrieb als zentrale Aufgabe einer Kapitalanlagegesellschaft klassifiziert werden, womit der Vertrieb durch Dritte wie Online-Broker oder unabhängige Finanzdienstleister als Outsourcing zu werten wäre. Nach dem Inkrafttreten des aktuellen Rundschreibens über das Outsourcing bei Banken solle ein entsprechendes Rundschreiben für Spezialgesellschaften wie Fondsgesellschaften veröffentlicht werden, sagte Neumann.

Würden die Outsourcing-Regelungen bei Fondsgesellschaften denen der Banken angepasst, so müssten die Vertriebsgesellschaften nicht nur regelmäßig Bericht erstatten. Vielmehr hätten sie auch zu gewährleisten, dass die Kapitalanlagegesellschaften "jederzeit vollumfänglich und ungehindert einsehen und prüfen dürfen", wie es im aktuellen Bankenrundschreiben heißt. Denkbar sei aber auch, Sonderregelungen für Spezialkreditinstitute zu finden, sagte Neumann. Entsprechend den seit September 1997 geltenden Regelungen für Kapitalanlagegesellschaften können diese ihre drei Kernbereiche Fondsmanagement, -buchhaltung, und-controlling nicht auslagern. Hier werde es wohl eine Liberalisierung geben, und Outsourcing werde ermöglicht.

"Da die Gesellschaften ihre Produkte letztlich verkaufen wollen, der Vertrieb also von zentralem Interesse ist, sollte er unter die Outsourcing-Regelung fallen und von den Kapitalanlagegesellschaften überwacht werden", heißt es nun beim BAKred. Der Vorschlag werde vermutlich darauf hinauslaufen, dass sämtliche Vertriebsvereinbarungen zwischen einer Kapitalanlagegesellschaft und einer Vertriebsgesellschaft als Auslagerung gewertet werden müssten. Die Kapitalanlagegesellschaften hätten dann etwa Stichproben hinsichtlich der Qualität des Beratungsgesprächs zu machen und die Unterlagen zu überprüfen.

Direktbanken oder Fondsshops, die Investmentfondsanteile verkaufen, ohne eine Vertriebsvereinbarung geschlossen zu haben, seien nicht betroffen, sagte Neumann. Unklar sei auch, ob ausländische Fondsgesellschaften einen Vorteil haben könnten, weil für sie die BAKred-Regelung nicht gelte.

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