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VfB fügt Dortmund erste Auswärtsniederlage zu

Der VfB Stuttgart hat den Krisen geschüttelten Dortmunder Borussen die erste Auswärtsniederlage der Saison beigefügt und zumindest für einen Tag die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga übernommen.

dpa STUTTGART. Der VfB Stuttgart hat den Krisen geschüttelten Dortmunder Borussen die erste Auswärtsniederlage der Saison beigefügt und zumindest für einen Tag die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga übernommen.

Nationalverteidiger Andreas Hinkel mit seinem ersten Bundesliga-Treffer (52.) und Torjäger Cacau (68.) sorgten für den letztlich verdienten 2:0 (0:0)-Sieg der Schwaben, die damit zu Hause weiter ohne Punktverlust sind. Beim VfB feierte Kevin Kuranyi nach einmonatiger Verletzungspause sein Comeback. Der Nationalstürmer, der im Uefa-Cup-Spiel in Budapest am 16. September einen Syndesmoseband-Einriss erlitten hatte, kam nach 55 Minuten für Imre Szabics.

"Jeder hat heute gesehen, dass es so nicht weiter gehen kann. Für Dortmund ist es wichtig, dass die Probleme gelöst werden", sagte BVB-Trainer Bert van Marwijk mit Blick auf die Finanz- und Führungskrise des BVB. "Das sind schwierige Zeiten für Dortmund und auch für mich." Sein Spielmacher Tomás Rosicky sagte: "Das belastet uns schon."

Ein sehr emotionaler VfB-Trainer Matthias Sammer, der selbst mehr als elf Jahre als Spieler und Coach beim Gegner unter Vertrag stand, verteidigte den in der Kritik stehenden Clubchef Gerd Niebaum. "Man muss sich bewusst sein, was vor Niebaum war, und was nach Niebaum kommen könnte. Die ganze Hetzjagd ist typisch deutsch. Das hat dieser Mann nicht verdient", sagte der 37-Jährige.

In der ersten Halbzeit zeigten sich die Borussen von den Problemen ihres Clubs noch unbeeindruckt und hielten mit dem Tabellenzweiten gut mit. Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung und großen Einsatzes ließen die Westfalen die Schwaben kaum zur Entfaltung kommen und unterstrichen ihren Ruf als auswärtsstarkes Team. Die Borussen steckten den verletzungsbedingten Ausfall von Sebastian Kehl und Ewerthon gut weg, auch wenn sie ohne ihren brasilianischen Torjäger nur wenig Druck nach vorne entwickelten. So war ein Kopfball von Stürmer Jan Koller (28.) lange die einzige nennenswerte Chance.

Der VfB fand gegen die gut gestaffelte Gäste-Defensive kaum ein Mittel, um sich gefährlich in Szene zu setzen. Immer wieder liefen sich die Schwaben im Borussen-Bollwerk fest. Dabei versäumten sie es, über ein verstärktes Flügelspiel die Vierer-Abwehrkette in stärkere Verlegenheit zu bringen. Erst nach einer halben Stunde bot sich Cacau die erste Chance: Der Brasilianer schoss aus vollem Lauf aber am Tor vorbei. Dann vereitelte Schlussmann Guillaume Warmuz zwei Mal binnen wenigen Sekunden gegen Silvio Meißner und Cacau (35.) einen Rückstand und Alexander Hleb setzte einen abprallenden Ball neben den Pfosten.

Nach dem Wechsel hatten die Stuttgarter dann mehr Glück: Hinkel traf aus 18 m zum 1:0. Es war im 109. Spiel sein erster Punktspiel-Treffer. "Es hat lange gedauert, aber jetzt habe ich getroffen. Ich denke, dass noch einige Tore folgen werden." Wenig später brachte Sammer Kuranyi, um den Druck zu erhöhen. Imre Szabics hatte keine Akzente setzen können. Kuranyi fügte sich sofort gut ein. Dortmund wurde durch den Rückstand sichtlich aus dem Konzept gebracht, und der VfB hatte nun mehr Spielanteile. Cacau sorgte mit seinem sechsten Saisontreffer nach schöner Vorarbeit Kuranyis für die Entscheidung.

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