Archiv
VfB kämpft sich aus der Krise

Der VfB Stuttgart hat sich durch ein Kontertor von Kevin Kuranyi aus der Krise gekämpft. „Wir haben zwar nicht mit Glanz und Gloria gespielt, aber gewonnen“, sagte Trainer Matthias Sammer nach dem mühsamen 1:0 (0:0)-Sieg der Schwaben gegen Borussia Mönchengladbach.

dpa STUTTGART. Der VfB Stuttgart hat sich durch ein Kontertor von Kevin Kuranyi aus der Krise gekämpft. "Wir haben zwar nicht mit Glanz und Gloria gespielt, aber gewonnen", sagte Trainer Matthias Sammer nach dem mühsamen 1:0 (0:0)-Sieg der Schwaben gegen Borussia Mönchengladbach.

"Von einem Wendepunkt würde ich nicht sprechen, genauso wenig, wie ich vorher von einer absoluten Tragödie gesprochen habe." Nationalstürmer Kuranyi legte drei Tage nach seinem Länderspieltor gegen Kamerun seinen fünften Bundesliga-Treffer in dieser Saison nach. "Das war ein sehr schwieriges Spiel und ein Sieg des Willens. Ich wollte unbedingt ein Tor schießen, wäre aber genauso glücklich gewesen, wenn ich nur eine Vorlage gegeben hätte", meinte der 22-Jährige.

Nach den 0:3-Pleiten beim FC Bayern München im Pokal und in Wolfsburg wurde in einer Mannschaftssitzung Tacheles geredet. "Der Trainer hat die richtigen Worte gefunden, und jeder durfte seine Meinung sagen", erklärte Kuranyi. Und ein paar Spieler hätten dies auch getan. "Es gibt keinen Stinkstiefel im Team. Wir gehen ehrlich miteinander um", betonte Abwehrspieler Martin Stranzl. Auch Routinier Horst Heldt, der sich zusammen mit Kapitän Zvonimir Soldo darum kümmert, dass intern nichts aus dem Ruder läuft, ist sich sicher "dass wir uns nun auf unsere Fähigkeiten und auf die Gemeinschaft besinnen. Da waren wir in den letzten Wochen nicht mehr so konsequent."

Neben Kuranyi strahlte vor allem Alexander Hleb: Der oft geniale, manchmal schlampige Spielmacher hatte vor 46 000 Zuschauern Kuranyis Treffer in der 56. Minute vorbereitet. "Heute hat Alex wieder eindrucksvoll bewiesen, dass er mit der wichtigste Mann für uns ist", lobte sein Nebenmann Heldt. Mit Hleb und Kuranyi hat Sammer noch viel vor. Von dem 23 Jahre alte Weißrussen forderte der VfB-Coach, dass er noch direkter und effektiver spielt, vor allem unberechenbarer. "Und er muss begreifen, dass man als Trainer das Beste für den Spieler will", forderte Sammer von dem oft eigensinnigen Techniker.

Nachdem Kuranyi auch in der Nationalmannschaft eine immer wichtigere Rolle ausfüllt, will Sammer, "dass er lernt, ein Führungsspieler zu werden". Dass der 22 Jahre alte gebürtige Brasilianer am liebsten mit leiser Stimme spricht, sei dabei kein Hindernis: "Man kann auch mit Gesten führen."

Während der Tabellenvierte VfB rechtzeitig vor dem Uefa-Cup-Spiel beim SC Heerenveen wieder Tritt gefasst hat, scheint bei Gladbach nach der ersten Niederlage im dritten Spiel unter Dick Advocaat Ernüchterung eingekehrt. "Ich habe nicht den Eindruck, dass die Euphorie vorbei ist", widersprach jedoch Nico van Kerckhoven. Die Borussia wartet nun seit zehn Jahren auf einen Sieg in Stuttgart.

Für den niederländischen Coach war es aber "keine Schande, gegen diese Mannschaft zu verlieren. Sie spielt schließlich um die Meisterschaft mit." Dem Vorwurf, gegen den verunsicherten Gegner zu wenig riskiert zu haben, entgegnete der "kleine General" barsch: "Wir haben ein Auswärtsspiel bei einer Topmannschaft. Sollen wir da 90 Minuten lang angreifen?"

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%