VfB nimmt Kurs auf Champions League
Cottbus und Nürnberg kaum noch zu retten

Die Abstiegskampf wird zum Kriminalstück. Mit Energie Cottbus und dem 1. FC Nürnberg sind die ersten beiden Absteiger aus der Fußball-Bundesliga wohl gefunden, doch davor wird der Kampf um die rettenden Plätze immer spannender. Der nahe sechste Absturz aus dem Oberhaus sorgte vor allem bei den Franken für lange Gesichter.

HB/dpa DÜSSELDORF. "Machen wir uns nichts vor, momentan sieht alles nach 2. Liga aus", bekannte der neue Trainer Wolfgang Wolf mit Blick auf die Tabelle, die drei Spieltage vor dem Saisonfinale am 24. Mai fünf Punkte Rückstand auf den Tabellen-15. aus Mönchengladbach ausweist.

Im Nürnberger Tollhaus stehen offenbar weitere personelle Konsequenzen an. Nach der Entlassung von Trainer Klaus Augenthaler denkt Michael A. Roth über eine Trennung von Manager Edgar Geenen nach. "Dieser Kader ist das Ergebnis der Arbeit von Augenthaler und Geenen", meinte der Club-Präsident im Anschluss an das 1:2 gegen die Münchner "Löwen" vielsagend. Bereits vor den abschließenden Spielen bei Borussia Dortmund und Energie Cottbus sowie gegen Leverkusen werden mit Rolf Rüssmann und Andreas Köpke zwei Kandidaten gehandelt. Viele Fans haben indes einen anderen Schuldigen für die Talfahrt ausgemacht. "Roth raus: Nürnbergs letzter Wille", war auf Plakaten zu lesen.

Bei den restlichen Kellerkindern blieben im finalen Kampf um die Big Points die erwarteten Vorentscheidungen aus. Mit Bochum, Mönchengladbach, Hannover und Kaiserslautern konnten vier weitere vom Abstieg bedrohte Clubs keinen befreienden "Dreier" landen. "Natürlich wollten wir gewinnen. Jetzt müssen wir sehen, was dieser Punkt in der Endabrechnung wert ist", sagte Gladbachs Trainer Ewald Lienen nach dem 1:1 in Bochum. Die lautstarke Unterstützung von 10 000 mitgereisten Fans verhalf der bisher auswärtsschwachen Borussia zwar nicht zum Sieg, zumindest aber zu einer beachtlichen Vorstellung. Und die lässt laut Abwehrspieler Jeff Strasser auf ein Happy End hoffen: "Jeder ist für den anderen da. Mit unserer Einstellung ist es eigentlich unmöglich abzusteigen."

Nur ganze vier Minuten war der 1. FC Kaiserslautern von der vermeintlichen Rettung entfernt. Denn ein Punktgewinn beim FC Bayern hätte 39 Punkte bedeutet - und damit ist seit Einführung der Drei- Punkte-Regel 1995 noch kein Team abgestiegen. "Es hat sich nichts verändert, uns fehlen noch zwei Punkte", kommentierte Vereinschef Rene C. Jäggi die 0:1-Schlappe beim neuen deutschen Meister, der beim Schaulaufen seine Pflicht erfüllte und sich dank des späten Treffers von Sammy Kuffour nicht dem Verdacht der Wettbewerbsverzerrung aussetzte.

Zum großen Gewinner des 31. Spieltages avancierte der VfB Stuttgart, der seinen 2. Rang nach dem 2:1-Erfolg in Hannover ausbauen konnte. Dennoch äußerte sich Trainer Felix Magath zurückhaltend: "Wir reden noch nicht von der Champions League. Wenn wir den UEFA-Cup ganz sicher haben, gibt es neue Zielsetzungen." Der VfB profitierte von der anhaltenden Formschwäche des Verfolgers aus Dortmund, der gegen den VfL Wolfsburg nicht über ein 2:2 hinauskam. Der erneute mäßige Auftritt des entthronten Meisters vergraulte nicht nur die treuen Fans, die das Team mit Pfiffen in die Kabine verabschiedeten. Auch die Geduld von Trainer Matthias Sammer ist aufgebraucht: "In einer Phase, in der es für den Verein um Leben oder Sterben geht, trabt der ein oder andere nur hinterher. Das kann ich nicht begreifen."

Nicht minder groß war der Frust bei Hertha BSC. Beim 2:4 in Bremen verspielten die Berliner die große Chance, an den Dortmundern vorbeizuziehen. Manager Dieter Hoeneß machte aus seiner Verbitterung keinen Hehl: "Die Champions League ist so für uns kein Thema. Das war zu wenig, um international dabei zu sein." Dagegen wahrte Werder die letzte Chance auf den UEFA-Cup. Der beim 0:0 in Cottbus enttäuschende Hamburger SV liegt nur noch drei Punkte vor Bremer. Schalke tritt auf der Stelle.

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