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VfB Stuttgart leistet „Aufbauhilfe Süd“

Nach der unfreiwilligen „Aufbauhilfe Süd“ für den SC Freiburg will der VfB Stuttgart im Spitzenkampf der Fußball-Bundesliga keine weiteren Geschenke machen.

dpa STUTTGART. Nach der unfreiwilligen "Aufbauhilfe Süd" für den SC Freiburg will der VfB Stuttgart im Spitzenkampf der Fußball-Bundesliga keine weiteren Geschenke machen.

"Zum Glück können wir uns damit nicht lange aufhalten. Wir haben gegen Werder Bremen wieder einen schönen Knaller vor uns", sagte Mittelfeldspieler Horst Heldt nach dem 0:2 (0:1) des entthronten Tabellenführers beim Derby in Freiburg. In der emotionsgeladenen Partie sorgte für allem der Platzverweis für Martin Stranzl für Aufregung.

Mit einem Bodycheck hatte der VfB-Abwehrspieler den Freiburger Publikumsliebling Tobias Willi zu Boden und sich aus dem Spiel befördert. "Das war ein normaler Körperkontakt für mich, dass man sich dann so hinfallen lässt, sich das Gesicht hält und herumweint, das ist für mich nicht notwendig", meinte der Österreicher. Auch VfB-Trainer Matthias Sammer brachte die Reaktion Willis auf die Palme. "Der Platzverweis war für mich lächerlich. Der Gegenspieler schmeißt sich in der Szene hin, als hätte er einen Goldbarren gefunden", schimpfte der Coach. Präsident Erwin Staudt verlangte gar: "So etwas muss man gesellschaftlich ächten."

Linienrichter Heiner Müller, auf dessen Geheiß hin Schiedsrichter Markus Merk dem Innenverteidiger die Rote Karte gezeigt hatte, "wollte auch mal seine Daseinsberechtigung an den Tag legen", so Sammer.

Ansonsten gingen die Stuttgarter mit dem Ende ihrer Serie nach 13 Spielen ohne Niederlage selbstkritisch und gelassen um. "Man kann nirgends mit halber Kraft spielen - auch nicht in Freiburg", bemängelte Torwart Timo Hildebrand. "Ich glaube nicht, dass wir übermütig waren", verteidigte Kapitän Zvonimir Soldo seine Mannschaft. "So ein Spiel kann immer kommen. Wir haben einfach zu wenig getan." Drei Tag nach dem furiosen 5:1-Sieg im Uefa-Cup in Beveren fehlte den Stuttgartern nach Angaben Sammers die geistige und körperliche Frische.

Die brachten dagegen die dezimierten Freiburger auf, die aggressiv wie selten in dieser Saison zu Werke gingen und für die Alexander Iaschwili (34.) und Soumaila Coulibaly (90.+1) die Tore erzielten. Tagelang hatte Trainer Volker Finke über die Verletzungssorgen des Sportclubs geklagt, doch am Ende fehlten in der Anfangsformation nur Zlatan Bajramovic und Lewan Zkitischwili. "Ich dachte, der Finke lässt die Altherrenmannschaft spielen", meinte Heldt mit einem süffisanten Lächeln. "Aber so war's dann halt doch nicht."

Die Fans aus dem Breisgau berauschten sich geradezu am Auftritt ihres Teams. "Ihr werdet nie deutscher Meister", sangen sie und: "Die Nummer eins im Land sind wir." Die Taktik im badisch-schwäbischen Duell war dem Außenseiter auf dem Titel der Stadionzeitschrift vorgegeben: Über dem Bild einer Spätzlemaschine hieß es: "Gut pressen und nicht abkochen lassen."

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