VfB und BVB wollen vorzeitige Bayern-Meisterfeier verhindern: Leverkusen kommt nicht zur Ruhe

VfB und BVB wollen vorzeitige Bayern-Meisterfeier verhindern
Leverkusen kommt nicht zur Ruhe

Krisenclub Bayer Leverkusen kommt selbst vor dem wohl wichtigsten Spiel der vergangenen Jahre nicht zur Ruhe. Die zur öffentlichen Schlammschlacht geratene Diskussion um Udo Lattek und die schleichende Entmachtung von Trainer Thomas Hörster haben im Vorfeld des "Abstiegs-Gipfels" bei Borussia Mönchengladbach für weitere Schlagzeilen gesorgt.

HB/dpa DÜSSELDORF. Verstimmt über die bedenklichen Zustände, richtete Carsten Ramelow einen leidenschaftlichen Appell an die Führungsriege. "Schluss mit dem Chaos. Jetzt muss langsam Ruhe in den Laden. Wir müssen endlich eine klare Linie fahren", sagte der Mannschaftskapitän dem "Express" (Freitag-Ausgabe).

Angesichts der Entwicklung beim letztjährigen Champions-League- Finalisten geraten die anderen Begegnungen des 30. Spieltags in den Hintergrund. Und das, obwohl sich Spitzenreiter Bayern München mit einem Sieg in Wolfsburg bei gleichzeitigen Patzern der Verfolger aus Stuttgart und Dortmund bereits vier Wochen vor dem Saisonfinale den 18. Meistertitel sichern könnte. Den drohenden Absturz der einstigen europäischen Fußball-Macht aus Leverkusen in die Niederungen der Kicker-Provinz will auch der frühere Bayer-Sportdirektor und jetzige DFB-Teamchef Rudi Völler nicht länger ausschließen: "Mit einem Unentschieden könnte man noch leben, aber bei einer Niederlage wird es sehr schwierig."

Als wäre die Aufgabe beim um drei Punkte enteilten Tabellennachbarn nicht brisant genug, gab es nur einen Tag vor der Partie reichlich Störgeräusche. So bezichtigte Trainer-"Legende" Udo Lattek die Leverkusener Vereinsführung der Lüge und verwahrte sich gegen die Vorwürfe von Bayer-Geschäftsführer Reiner Calmund, in Gesprächen um eine Beratertätigkeit eine "Wahnsinns-Summe" gefordert zu haben: "Ich werde von Bayer als Raffzahn beschuldigt. So ein mieses Spiel habe ich in meiner ganzen Karriere noch nicht mitgemacht."

Warum Nachwuchs-Manager Michael Reschke ausgerechnet im Vorfeld der Partie auf dem Bökelberg bestätigte, dass Cheftrainer Hörster unabhängig vom weiteren Saisonverlauf in der kommenden Spielzeit wieder im Jugendbereich eingesetzt wird, bleibt ungeklärt. Das Gerede vom zunehmenden Kompetenzgerangel zwischen Hörster und dem neuen Sportdirektor Jürgen Kohler dürfte damit jedenfalls noch lauter werden. Allein die Aussage von Ramelow dokumentiert das Dilemma: "Wenn ich ein Problem habe, gehe ich zum Trainer. Ich weiß aber nicht, ob das bei den anderen Spielern auch so ist."

Nicht nur beim Tabellen-16. geht die Angst vor dem Abstieg um. Nach 272 Minuten ohne Treffer ist auch der 1. FC Nürnberg in arge Nöte geraten. "Wir wissen, dass es vielleicht unsere letzte Chance ist", meinte Trainer Klaus Augenthaler vor der Partie in Hamburg. Selbst dem schon gerettet geglaubten 1. FC Kaiserslautern droht nach dem 1:2 in Hannover eine Rückkehr in den engsten Kreis der Sorgenkinder. Bei nur noch zwei Heimspielen bis zum Saison-Kehraus am 24. Mai ist ein Sieg gegen Werder Bremen auf dem Betzenberg Pflicht. Ciriaco Sforza mahnt seine Mitstreiter zur Besonnenheit: "Es gibt überhaupt keinen Grund, nervös zu werden."

Die vorzeitige Meisterfeier in München wollen Stuttgart und Dortmund allein schon aus Eigennutz verhindern. Schließlich kämpfen beide Clubs um die direkte Qualifikation für die Champions League. Zumindest auf dem Papier hat der VfB im Heimspiel gegen den Tabellen- 14. Hansa Rostock die leichtere Aufgabe als der BVB, der beim TSV München 1860 den ersten Auswärtssieg der Rückrunde anstrebt. Dass er das Viertelfinale in der europäischen "Königsklasse" in dieser Woche nur via TV verfolgen konnte, hat BVB-Spielmacher Tomas Rosicky mächtig gewurmt: "Wir wollen unbedingt wieder in die Champions League. Deshalb müssen wir in München gewinnen."

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