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VfB verpasst in Berlin Rückkehr an die Spitze

Trotz einer Halbzeit in personeller Überzahl hat der VfB Stuttgart die Rückkehr an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga verpasst.

dpa BERLIN. Trotz einer Halbzeit in personeller Überzahl hat der VfB Stuttgart die Rückkehr an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga verpasst.

Ohne ihren verletzten Top-Torjäger Kevin Kuranyi kamen die Schwaben in einem niveaulosen Spiel nicht über ein 0:0 bei Hertha BSC hinaus, das nach einer Gelb-Roten Karte gegen Nando Rafael ab der 43. Minute mit zehn Spielern auskommen musste. Durch die Punkteteilung vor 45 349 Zuschauern im Olympiastadion überstanden die Berliner zwar auch das fünfte Saisonspiel ungeschlagen, bleiben aber als "Remis-Könige" mit jetzt fünf Unentschieden weit hinter den eigenen Erwartungen zurück.

"Es war zu wenig Bewegung drin. Wenn man eine Halbzeit lang gegen zehn Mann spielt, dann muss man das Spiel machen. Das haben wir versäumt", ärgerte sich Stuttgarts Nationalspieler Philipp Lahm über zwei verlorene Punkte. Dagegen war Fredi Bobic, der erstmals nach drei Spielen wieder in der Berliner Startelf stand, mit dem Remis zufrieden: "Wir haben eine Riesenmoral gezeigt. Was uns jetzt nur noch fehlt, ist ein Dreier, aber der kommt auch noch."

Doch auch mit Bobic fehlte den Berlinern die Durchschlagskraft. Nervös und verkrampft leisteten sich die Gastgeber bereits im Aufbau zahlreiche technische Fehler, die immer wieder den Spielfluss hemmten. Die Angst, in das Fahrwasser der Saison 2003/2004 zu geraten, als erst am 10. Spieltag der erste Sieg gelang, war bei den Berlinern förmlich spürbar. Nach einer Stunde verlor die Hertha auch noch Regisseur Marcelinho wegen einer Gesichtsverletzung.

Der VfB kombinierte im Mittelfeld zwar bisweilen recht gefällig, blieb aber im Spiel eins ohne den verletzten Nationalstürmer Kuranyi im Angriff ebenfalls harmlos. Drei Tage nach dem Uefa-Cup-Sieg in Budapest taten die Schwaben nicht mehr als unbedingt nötig, um auch das fünfte Spiel der Saison ungeschlagen zu überstehen.

Über weite Strecken lieferten beide Mannschaften ein unansehnliches Fehlpass-Festival, in dem Torchancen die große Ausnahme blieben. So dauerte es bis zur 31. Minute, ehe Timo Hildebrand, der wieder an Stelle von Dirk Heinen zwischen den Pfosten des Stuttgarter Tores stand, bei einem Schuss von Rafael erstmals eingreifen musste. Auf der Gegenseite sorgte lediglich Cacau für Gefahr. Der vierfache Saison-Torschütze scheiterte jedoch an dem prächtig reagierenden Christian Fiedler (39.).

Für Farbe in der ansonsten tristen Partie sorgte Schiedsrichter Jürgen Jansen, als er dem bereits verwarnten Brasilianer Rafael kurz vor der Pause wegen Ball Wegschlagens die Gelb-Rote Karte zeigte. Auf dem Weg in die Kabine wurde der Essener Referee daraufhin von den wütenden Berlinern lautstark beschimpft. Zwölf Minuten nach Wiederbeginn rückte der wenig souverän wirkende Jansen erneut in den Mittelpunkt, als er einem VfB-Treffer durch Silvio Meißner wegen angeblichen Handspiels die Anerkennung verweigerte.

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