Viag-Chef bekräftigt: "Kein Rückzug aus der Telekommunikation"
Viag geht finanziell "kerngesund" in Fusion mit Veba

Der Viag-Konzern, München, geht nach Ansicht seines Vorstandschefs Wilhelm Simson "finanziell kerngesund" in die Fusion mit der Veba AG, Düsseldorf. Damit entsteht der viertgrößte deutsche Industriekonzern mit etwa 140 Mrd. DM Umsatz.

dpa/adx MÜNCHEN. Der Jahresabschluss 1999 zeige, dass sein Unternehmen strategisch gut darauf vorbereitet sei, sagte Simson am Montag in München auf der Hauptversammlung. Für den Zusammenschluss mit der Veba zu dem neuen Unternehmen Eon fehle nur noch die Zustimmung aus Brüssel. Er sei "sicher, dass wir die Freigabe der Fusion erhalten", betonte der Vorstandschef. Mit einer Entscheidung rechne er bereits auf der Sitzung der EU-Kommission am 7. Juni. Die Viag werde ihre Beteiligungen an Vew, Bewag und Veag abgeben.

Trotz der hohen Anlaufkosten seien die Telekom-Aktivitäten das "beste Investment der Viag in den letzten Jahren", sagte Simson vor mehr als 1 500 Aktionären. Die Partnerschaft mit British Telecommunications (BT) solle ausgebaut werden. Die Zahl der Mobilfunkkunden der Viag Telecom solle bis zum Jahresende von drei Mill. auf mindestens fünf Mill. gesteigert werden. Der Anteil am deutschen Mobilfunkmarkt soll bis Ende des Jahres von 6 auf 8 % klettern.

In den vergangenen Wochen war über einen raschen Rückzug von Viag und Veba aus der Telekommunikation spekuliert worden. Simson betonte aber erneut, es sei lediglich geplant, BT mit 50 % an der Holding Viag Telecom zu beteiligen, in der neben den Viag Interkom-Anteilen auch die Aktivitäten in Österreich und in der Schweiz gebündelt sind.

Auch der Start in das Jahr 2000 entspreche den Planungen, sagte Simson. Zwar werde es im Energiebereich auf Grund des verstärkten Wettbewerbs einen Umsatzrückgang geben. Dem setze man jedoch eine verbesserte Performance der Industrieaktivitäten entgegen, so dass der Viag-Umsatz bereits im ersten Quartal um 10 % auf 5,2 Mrd. Euro (10 Mrd. DM) stieg.

Probleme gibt es allerdings beim Gewinn, wie der Vorstandschef einräumte. So sackte das Ergebnis vor Steuern in den ersten drei Monaten um 24 % auf 200 Mill. Euro ab. Auch das Ergebnis für das Gesamtjahr stehe unter dem "verstärkten Ertragsdruck im Energiebereich", sagte Simson. Trotz starker Forcierung des Kostensenkungsprogramms wisse er schon heute, "dass wir den Strompreisverfall nicht in voller Höhe kompensieren können".



Für Versteigerung der UMTS-Lizenzen gut gerüstet

Für die Versteigerung der Lizenzen für die neue UMTS- Mobilfunkgeneration sei der Eon-Konzern finanziell gut gerüstet, sagte Finanzvorstand Erhard Schipporeit. Man werde sich aber trotz der lukrativen Aussichten "nicht vom Jagdfieber anstecken lassen".

Die Fusion sei der richtige Schritt, sagte Jörg Pluta von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Die Viag solle der "preußisch gut durchorganisierten Veba" etwas Menschlichkeit entgegensetzen. Viag gehe allerdings angesichts der sinkenden Strompreise "nicht ohne Blessuren" in die Fusion. In den ersten drei Monaten stieg der Umsatz des Konzerns zwar um zehn Prozent auf 5,2 Mrd. Euro. Das Vorsteuer-Ergebnis sank wegen des Verfalls der Strompreise und der hohen Investitionen in die Telekommunikation um 24 % auf 200 Mill. Euro. "Insgesamt sehen wir gute Chancen, operativ 2000 wieder nahe an unser vorjähriges Ergebnisniveau heranzukommen", bekräftigte Simson.

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