Viag Interkom ertrinkt
Rebranding klingt harmlos

Es klingt ja immer so harmlos, wenn die Strategen großer Konzerne davon reden, ihre Töchter in verschiedenen Ländern unter einer Dachmarke zu versammeln. Doch freundlich familiär geht es in der Regel nicht zu beim neudeutsch "Rebranding" genannten Umfirmieren.

DÜSSELDORF. Beispiel Viag Interkom: Nach dem Willen ihrer neuen britischen Herren heißt das Unternehmen nun "O2" - wie Sauerstoff.

Beim Gedanken an Sauerstoff fühlen sich die Europäer nationenübergreifend erfrischt - meinen wohl die Marktstrategen der englischen Mutter MMO2. Was Rebranding im richtigen Leben bedeutet, zeigt jedoch - erfrischend ehrlich - der neue Werbefilm des Mobilfunkers Viag Interkom: Der alte Schriftzug schwebt in klarem Wasser, von unten nähern sich Sauerstoffblasen. Sie zerschießen den friedlich dümpelnden Schriftzug, der sich auflöst und von der Bildfläche verschwindet. Übrig bleibt nur das "O" aus Interkom. Es wird zu O2. Erfrischend.

Bei Viag Interkom mag man sich trösten, dass von der britischen Schwester "BT Wireless" nicht einmal ein Buchstabe übrig bleibt. Weniger gründlich im Akt der Zerstörung erweist sich der sanfte Riese Vodafone beim Rebranding. Von Monat zu Monat schwappt mehr Vodafone-Rot über das blaue Logo der einstigen Mannesmanntochter D2. Noch ist D2 darin nicht ertrunken. Doch das kommt noch. Nächstes Weihnachten.

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
Handelsblatt / Korrespondentin
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%