Video-Portale in den USA
Der Untergang des Fernsehzeitalters – Teil 2

Nach anfänglicher Pionierarbeit verspielten die Marktführer der Internet-Szene wie AOL, MSN und Yahoo recht schnell ihren Vorsprung im Bereich der Internet-Videos. Was 2005 wie ein Heimspiel für die handvoll globaler Internetportale aussah, hat sich mittlerweile in eine Niederlage der Big Player zugunsten der Web 2.0-Portale verwandelt, die massenhaft aus dem Boden sprießen und ein Millionenpublikum um sich scharen.

LOS ANGELES. Schlechte Zeiten für die etablierten Internet-Portale, die seit etlichen Monaten vergeblich versuchen, ihre eigenen Video-Websites im Internet zu etablieren: Yahoo stellte das hauseigene Studio nach kurzem Trommelwirbel 2006 wieder ein, AOL versucht ohne Glück, "Youtube" mit "Uncut" neu zu erfinden, und MSN musste seine erfolglose Version "Soapbox" im Frühjahr vorübergehend wieder vom Markt nehmen.

Google versuchte sich mit der chaotischen Eigenentwicklung "Google Video". Als der Erfolg ausblieb kaufte man 2006 kurzerhand Youtube, das größte nutzergenerierte Portal der Szene. Was die 1.6 Milliarden Dollar Investition langfristig an Synergien und Werbeeinnahmen bringen werden, bleibt noch abzuwarten. Momentan verstrickt sich der populäre Neuzugang des Such-Riesen noch hauptsächlich im Abwehren von Copyright-Klagen.

Was Youtube allerdings ungemein schön demonstrierte, war die enorme Wichtigkeit von Communities, die rund um die Videoabspielstationen entstehen. Ohne Online-Communities, die es den Nutzern erlauben, miteinander zu kommunizieren, Clips zu kommentieren, sich Videos zuzusenden und á la "Myspace" Freunde anzusammeln, fehlt jedem neuen Videoportal die Existenzgrundlage.

Und gerade daran scheiterte bisher die erfolgreiche Metamorphose der etablierten Fernsehkanäle als Breitband-Plattform: Von der Einbahnstraße des klassischen Fernsehens verwöhnt, versäumten bisher US Networks und Kabelkanäle, die interaktiven Vorlieben ihrer Internetzuseher zu berücksichtigen.

Viacom-Chef Les Moonves, zu dessen Sendergruppe neben MTV auch CBS, ein Fernsehsender der ersten Stunde, gehört, mag zwar in der neuesten Ausgabe des Internet-Magazins Wired das Schicksal seiner gescheiterten TV-Plattform Innertube betrauern. Doch von erfolgreichen Lösungen sind die Networks trotz einiger Aufsehen erregender Microsites für Serien wie Lost, Heroes und Battlestar Galactica noch genauso weit entfernt wie vor zwölf Monaten.

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