Videofilm wird häppchenweise übertragen
Software bringt bewegte Bilder auf das Handy

Musik und Videos auf den PC - und bald sogar auf das Handy: Mit Streaming-Video werden bewegte Bilder, die als Einheit große Datenmengen darstellen, nach und nach übertragen. So kommen Multimediaangebote, die schnelle Übertragungstechniken benötigen, schon heute über das Internet zum Kunden.

BERLIN. Ist die Übertragung von Videofilmen über das Internet mit Hilfe der Streaming-Video-Technik längst Realität, basteln die Entwickler von Handys und die Hersteller von Streaming-Software zurzeit mit Hochdruck an der Übertragung von Filmen und Musik über das Funknetz. So hat der amerikanische Softwareentwickler Virage, San Mateo, auf der Streaming-Media-Messe in Berlin-die von Dienstag bis Donnerstag parallel zur Internet World veranstaltet wurde- eine Lösung für die Videoübertragung auf Handcomputer vorgestellt.

Auch das Unternehmen Solid-Streaming hat einen drahtlosen Videoplayer entwickelt, der mit allen zurzeit erhältlichen PDA (persönlichen digitalen Assistenten) kompatibel ist. Der Videoplayer von Solid-Streaming stellt Zugänge für webbasierte Datenströme bereit. Die Benutzer können so Video-E-Mails empfangen, welche die elektronische Post in Zukunft attraktiver machen sollen. Die Qualität der drahtlosen Videoübertragungen lässt jedoch noch zu wünschen übrig. Die Ursachen sind in erster Linie die begrenzten Kapazitäten und die instabilen Funkverbindungen.

Übertragung von Videos über das Mobilfunknetz

Auch der Marktführer bei Streaming-Software, Real Networks, arbeitet zusammen mit Handyherstellern, wie beispielsweise Nokia, an der Übertragung von Videos über das Mobilfunknetz. Erste Lösungen sollen spätestens mit der Einführung von UMTS auf den Markt kommen. Führend ist hier allerdings der koreanische Hersteller Samsung: Das Unternehmen hatte schon im Februar ein videofähiges Handy vorgestellt. Das Gerät soll bereits im Sommer in Korea in UMTS-Feldversuchen getestet werden. In den USA können sich die Kunden des Mobilfunkanbieters Sprint PCS bereits heute mit der Streaming-Technik MP3-Songs auf ein spezielles Samsung-Handy aus dem Internet laden und unterwegs anhören.

Vor allem Medienhäuser versprechen sich von Streaming-Media eine Aufwertung ihrer Webangebote. Nachrichtensender wie n-tv (www.n-tv.de), n24 (www.n24.de) und Bloomberg (www.bloomberg.de) schicken mittlerweile ihr deutsches Vollprogramm und ausgewählte Einzelbeiträge live ins Internet - ein Service, den vor allem Börsianer zu schätzen wissen.

Die Zukunft: Das interaktive Streaming-Video

Doch Fernsehen über das Internet ist nur der Anfang der medialen Revolution. Erst das interaktiv nutzbare Streaming-Video wird die individuelle Mediennutzung perfekt machen. Produktionsprogramme, wie sie auf der Messe der National Association of Broadcasters (NAB), der größten Messe für Rundfunk, Fernsehen und Internet in Las Vegas gezeigt wurden, ermöglichen das Einfügen so genannter "Hot Spots" in Streaming-Videos. Durch Anklicken von Links im Video kann der Betrachter vorprogrammierte Aktionen auslösen. So kann er beispielsweise im Handlungsverlauf vor- oder zurückspringen, er kann über ein "Pull-Down-Menü" auf erläuternde Texte zugreifen oder Produkte aus dem Film online bestellen. Dabei werden Archivfilme, die aus dem Web geladen werden, zwischendurch angehalten. Handelt es sich um eine Live-Übertragung, kann das Video im Hauptfenster betrachtet werden, während die gewünschte Aktion im eingeblendeten Fenster ausgeführt wird.

Doch nicht nur bei E-Commerce und Entertainment im Internet wird Interactive-Streaming-Video neue Zeichen setzen. Die Kommunikation im firmeneigenen Intranet, die Qualität von Fernlehrgängen oder die Effektivität von Videokonferenzen werden davon ebenso profitieren. Für Inhalteanbieter ergeben sich nicht nur neue Möglichkeiten der Programmgestaltung, sondern auch zusätzliche Kanäle für die Distribution.

Und es geht noch weiter: Die Verbraucher werden selbst zu Anbietern von Inhalten. Schon jetzt ist das Internet voll mit Web-Sites, wo nicht nur Musik, sondern ganze Spielfilme ausgetauscht werden. Die Firmen Media 100 und Canon haben sogar ein Portal für private Anwender geschaffen, die Streaming-Techniken für sich nutzen wollen. "icanstream" heißt diese Web-Site (www.icanstream.com), mit der die neue Technik jedem Internetnutzer zugänglich gemacht werden soll.

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