Videokonferenzen erst ab 2005
Hintergrund zum Thema UMTS

Ab dem Jahreswechsel 2002/2003 soll der neue Mobilfunkstandard UMTS Farbe und Geschwindigkeit in die Handy-Welt bringen.

dpa/afx BERLIN. Ein Jahr nach der Versteigerung der milliardenteuren deutschen Lizenzen arbeiten Betreiber und Gerätebauer mit Hochdruck an Netzen, neuen Handys und Diensten. Zumindest zu Anfang wird die bunte Datenwelt aber noch viele Lücken aufweisen.

Kann UMTS von Anfang an überall in Deutschland genutzt werden?

- Nein. Um Kosten zu sparen, werden die milliardenteuren Netze schrittweise aufgebaut. Nach den Lizenzbedingungen müssen die Betreiber bis 2005 die Hälfte der Bevölkerung abdecken, was de facto aber nur 8 % der Fläche entspricht. In vielen ländlichen Gebieiten wird UMTS noch einige Jahre auf sich warten lassen.

Was kann UMTS?

- Mit UMTS ist der Kunde anders als etwa bei WAP ständig online. E-Mails oder auch Fußballergebnisse kommen sofort auf dem Handy an. Bilder oder kurze Filmsequenzen können mitgeliefert werden. Renner könnten nach Umfragen der Betreiber auch interaktive Spiele werden. Große Hoffnungen setzt die Branche zudem auf ortsbezogene Dienste: Wer etwa ein Restaurant sucht, bekommt nicht nur einen Stadtplan mit Wegbeschreibung aufs Display gezaubert, sondern kann auch gleich die Speisekarte einsehen und noch online einen Tisch reservieren.

Werden Videokonferenzen möglich sein?

- Anfangs kaum. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist zunächst begrenzt. Erst mit dem Ausbau der Netze bis etwa 2005/2006 wird genügend Kapazität für Telefonate mit rüttelfreier Bildübertragung vorhanden sein, schätzt die Bonner Unternehmensberatung Durlacher Research.

Was wird UMTS pro Monat kosten?

- Die Pläne der Betreiber sind rund eineinhalb Jahre vor dem Starttermin naturgemäß noch vage. Mobilcom rechnet damit, dass pro Kunde ein durchschnittlicher UMTS-Umsatz von 50 bis 100 DM auf der Telefonrechnung stehen wird.

Was muss für ein UMTS-Handy bezahlt werden?

- Unter 1 000 bis 1 500 DM werden die ersten Geräte kaum zu haben sein. Ob das alles der Kunde zahlen muss, ist offen: Derzeit wollen die Unternehmen zwar zum Großteil nichts mehr von einer Subventionierung von Geräten beim Abschluss von Kartenverträgen wissen. Zumindest einer der Anbieter will aber nicht ausschließen, dass zum Marktstart nochmals zugebuttert wird, um möglichst schnell viele Kunden zu binden. Dies könnte einen neuen Preiskampf auslösen.

Wie werden die neuen Geräte aussehen?

- Das hosentaschentaugliche, mechanische Tipptelefon gehört der Vergangenheit an. Die meisten Prototyen zeigen handtellerflächengroße Geräte mit großen Displays. Eingaben erfolgen direkt über den Bildschirm - entweder per Finger oder über einem Stift, wie er heute schon bei Taschencomputern üblich ist. Alternativ könnte es auch ein relativ kleines Telefon geben, das schnurlos mit allen Arten von Zusatzgeräten wie Abspielgeräten für Videos und Musik verbunden ist.

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