Videospiele-Branche
Wo sind die Deutschen?

Aufruhr in der Videospiele-Branche: Das Big Business kauft sich ein.

Der Mediengigant Viacom wird möglicherweise für den Videospieleproduzenten Midway bieten. Die britische Firma Eidos ("Lara Croft") soll angeblich im Visier von Branchenführer Electronic Arts ("Die Sims") oder von THQ geraten sein, die angeblich beide wiederum von Viacom als Ziel auserkoren wurden. Über allem thront Microsoft, mit prall gefüllten Kassen immer gut für irgend ein Übernahmegerücht.

Was auch immer an den Gerüchten dran ist - eines ist klar: Das wachsende Interesse großer Medien- und TV-Kabelkonzerne an der Videospiele-Industrie ist sozusagen der Ritterschlag durch Hollywood für den jüngsten Zweig der Unterhaltungsindustrie, der nach Meinung von Branchenanalysten in wenigen Jahren größer sein wird als die Musikindustrie und der die Kinoindustrie schon eingeholt hat.

Da hört man einerseits Meldungen gerne, dass sich die junge Branchenmesse Games Convention in Leipzig dieses Jahr ein voller Erfolg war. Mit 100 000 Besuchern wurden alle Erwartungen übertroffen, Aussteller und Messeleitung sind zufrieden.

Andererseits fragt sich, wo deutsche Medienkonzerne in diesem Szenario Platz haben. Die Antwort: Bislang nirgendwo. Auch die Filmindustrie lässt sich nicht blicken. Spiele mit James Bond, Harry Potter oder Herr der Ringe findet man auf jeder Spielekonsole und bald auf jedem Handy. Aber wo war eigentlich das "Lola rennt"-Spiel? Vielleicht wird ja noch auf die Installation einer hier zu Lande obligatorischen staatlichen Förderung mit Steuermitteln gewartet. Wenn ja, dann hat man hier das System leider mal wieder nicht verstanden.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
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