Viel Bewegung im Luxus-Segment der Fünf-Sterne-Häuser
Bei den Hotel-Giganten wächst Appetit auf Europa

In der Beherbungsbranche hält der Konzentrationsprozess an. Die zehn größten Hotel-Gesellschaften der Welt bringen es mittlerweile auf über 3,2 Millionen Zimmer. Ganz vorne dominieren die US-Unternehmen. Größte deutsche Gruppe auf Platz 17 ist der Touristik-Konzern TUI des Preussag-Imperiums.

DÜSSELDORF. Die zehn größten Hotelgesellschaften der Welt bieten ihren Gästen rund um den Globus 3,23 Millionen Zimmer, und sie wachsen weiter. Das ermittelte die amerikanische Fachzeitschrift "Hotels" in ihrer jährlichen Zusammenstellung der internationalen Beherbergungs-Giganten. Während die Branchenriesen weiter auf Expansionskurs sind, suchen kleinere Unternehmen ihr Heil zunehmend in strategischen Allianzen, um nicht zu Übernahmekandidaten zu werden.

Angeführt wird die Liste der 300 größten Hotelunternehmen weltweit auch in diesem Jahr von der amerikanischen Cendant Corporation, die es auf 541 313 Zimmer in 6 455 Hotels bringt. Die Gesellschaft ist der weltweit größte Franchisegeber der Hotellerie. Zu ihren wichtigsten Marken gehören Days Inn (über 1900 Hotels auf fünf Kontinenten) und die auch hierzulande bekannten Ramada-Hotels (fast 1000 Häuser in den USA). Mit der im mittleren Segment angesiedelten Marke Howard Johnson (über 500 Franchise-Betriebe weltweit) wollen die Amerikaner künftig verstärkt in Europa expandieren.

Nach wie vor dominieren die Amerikaner ganz klar auf den vorderen Plätzen der Hotelliste. Doch immerhin repräsentieren die expansive britische Bass Hotels & Resorts, die inzwischen Six Continents heißt, auf Platz 2 und die französische Accor-Gruppe auf Platz 4 in der Spitzengruppe europäische Unternehmen. Beide zeigen ohnehin rund um die Welt Präsenz: Six Continents ist in 100 Ländern, Accor mit seinen vielen Marken - die bekanntesten sind Novotel und Ibis - in 81 Ländern vertreten.

Die Hitliste zeigt auch auf den hinteren Plätzen, wie sehr die Hotellerie weltweit von amerikanischen Ketten beherrscht wird. Mehr als die Hälfte der 300 Top-Performer sind US-Gesellschaften, gefolgt von gerade 15 englischen, 14 japanischen und je zwölf spanischen und deutschen Hotelkonzernen.

Erst auf Platz 17 der Rangliste steht das erste deutsche Unternehmen. Und das ist nicht etwa ein klassischer Hotelbetreiber, sondern die zum Preussag-Konzern gehörende TUI-Gruppe. Europas größter Touristik-Konzern hat in den letzten Jahren sein Bettenangebot kräftig ausgebaut, unter anderem durch Beteiligungen an ausländischen Gesellschaften wie den auf Mallorca ansässigen Riu- und Grupotel-Ketten. Auch die 26 Robinson-Clubs fallen ins TUI-Hotelportfolio. Bei der TUI wird durch die Expansion im Hotelbereich die in der Reisebranche auch von den anderen großen Playern seit einigen Jahren verfolgte Strategie deutlich, das Unternehmen vom Reiseveranstalter zum vertikal integrierten Konzern auszubauen. Der bietet dann seinen Kunden vom Reisebüro über den Flug bis hin zur Unterkunft die komplette "Reisekette" anbieten.

Die britische Six-Continents- Gruppe hatte sich im letzten Jahr für rund 3 Mrd. Pfund von ihren Brauereien, den knapp 1000 Pubs und damit auch von dem Namen Bass getrennt. Zum Hotelreich des Unternehmens gehörten bisher schon die weltweit klangvollen Marken InterContinental und Forum, Crowne Plaza, Holiday Inn und Express by Holiday Inn. Im März verleibte sich der britische Hotel- und Freizeitkonzern zusätzlich für 810 Mill. Pfund die vorher zur britischen Compass/Granada gehörende Mittelklassekette Posthouse ein. Der größte Teil dieser 79 Häuser mit 12 300 Zimmern soll nach umfassender Renovierung ins Holiday Inn-Reich integriert werden.

Branchen-Gerüchten zufolge bemühen sich die Briten auch um die Übernahme der texanischen Gesellschaft Wyndham International (Platz 13 / 62 262 Zimmer / 242 Hotels). Das wäre ein großer Sprung nach vorne. Vorstandschef Tom Oliver orakelte jedenfalls bereits: "Möglicherweise finden Sie uns im nächsten Jahr an der Spitze der Liste wieder." Und ergänzte: "Wir haben jede Menge Möglichkeiten und sind vor allem daran interessiert, in den USA weiter zu wachsen."

Weiter auf vehementem Expansionskurs ist auch die auf Platz 3 befindliche US-Gesellschaft Marriott International. Sie verfügt gleichfalls über große Kapitalreserven und hat in den letzten Jahren vor allem ihre Präsenz außerhalb der Staaten vergrößert. Forciert wird von ihr auch der Ausbau ihrer Top-Marke Ritz-Carlton. In Europa baute die Gesellschaft ihre Präsenz in letzter Zeit vor allem dadurch aus, dass sie über ihre Marke Ramada International Resorts & Hotels ein Franchise-Abkommen mit den deutsch-schweizerischen Treff Hotels einfädelte. Die rund 80 Hotels der Gruppe werden weiterhin von Treff gemanagt, integrieren in ihr Logo aber den Namen Ramada.

Im Februar schloss Marriott außerdem ein Joint Venture-Abkommen mit der italienischen Gesellschaft Bulgari. Sie will mit der Schaffung einer - wie es heißt - "Luxushotelkette mit zeitgenössischem italienischem Ambiente" in das Hotelbusiness einsteigen. Bis 2006 sind sieben Hotels plant. Ein wichtiges deutsches Projekt wird in Berlin realisiert: Dort entstehen am Potsdamer Platz sowohl ein neues Marriott als auch ein feines Ritz-Carlton-Hotel.

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