Viel Pessimismus in Europa: Politiker erhalten schlechte Noten

Viel Pessimismus in Europa
Politiker erhalten schlechte Noten

Kein gutes Zeugnis für Spitzenpolitiker: Sie sind unehrlich, haben zu viel Macht und lassen sich zu leicht beeinflussen. Das ist das Kernergebnis einer Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Gallup International im Auftrag des Weltwirtschaftsforums vor dem Jahrestreffen des World Economic Forums in Davos durchgeführt hat.

GENF. Nahezu 50 000 Befragte aus 60 Ländern nahmen an der Umfrage in den Monaten November und Dezember 2005 teil. Sie repräsentieren rund zwei Milliarden Menschen. Wirtschaftsführer kommen bei den Befragten etwas besser weg. Aber auch ihnen wird vorgehalten, dem Druck mächtigerer Personen nachzugeben und zu viel Macht und Verantwortung auf sich zu konzentrieren. Doch während ihnen Unehrlichkeit von 40 Prozent der Befragten unterstellt wird, sind es bei den Politikern 61 Prozent. 38 Prozent der Manager und 49 Prozent der Politiker legen angeblich ein unmoralisches Verhalten an den Tag. 45 Prozent der Politiker werden schlicht für inkompetent gehalten. Bei den Managern sind es nur 23 Prozent.

Der Präsident des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, hält es kaum für möglich, dass die Führungskräfte diese Studie ignorieren können. "Wenn wir wieder Vertrauen herstellen wollen, müssen sie ihre Unzulänglichkeiten eingestehen."

Die Prioritäten für Politik und Wirtschaft aus Sicht der Bürger haben sich gegenüber dem Vorjahr kaum geändert. Die Führungskräfte sollen sich auf Wachstum konzentrieren, wünschen sich 17 Prozent. Annähernd gleichauf ist der Wunsch, die Kluft zwischen Arm und Reich schneller zu schließen (16), die Umwelt zu schützen (14) und die Armut zu bekämpfen (12). Erst dann taucht in der "To-do-Liste" der Widerstand gegen den internationalen Terrorismus auf.

Ob die Welt nun sicherer geworden ist oder nicht, darüber sind die Menschen geteilter Meinung. Etwa ein Drittel neigt zu einer positiven Betrachtung (35), fast ebenso viele (30) sind der Ansicht, die Welt sei weniger sicher geworden. Die Pessimisten finden sich in Europa. Zwei Drittel der Europäer hegen die Befürchtung, die nächste Generation werde in einer weniger sicheren Welt leben. Auch die Amerikaner sind zu 54 Prozent davon überzeugt.

Etwas überraschend mutet an, dass die Bürger im Mittleren Osten, wo Krieg und Terror zum Alltag zählen, erheblich zuversichtlicher sind. 24 Prozent erwarten mehr Sicherheit. In Afghanistan und im Irak wandelt sich das Bild komplett. 77 Prozent der Afghanen und 61 der Iraker erwarten durchgreifende Verbesserungen der Sicherheit.

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