Viele Arbeitsplätze gefährdet - Deutsche Bank 24 baut um
Kostendruck zwingt Banken zu verstärktem Personalabbau

Bei den Banken in Deutschland sind nach Ansicht des Chefvolkswirts der Deutschen Bank , Norbert Walter, in den nächsten zehn Jahren bis zu einem Drittel aller Arbeitsplätze in Gefahr. Außerdem könnten bis zu 50 % aller bestehenden Filialen der Geldinstitute überflüssig werden, sagte Walter der "Welt am Sonntag". "Der Kostendruck wird die Banken zu einem weiteren, sehr viel stärkeren Personalabbau zwingen", sagte er.

dpa-afx FRANKFURT/BERLIN. In den vergangenen Tagen hatten neben der Deutschen Bank mehrere Großbanken einen drastischen Stellenabbau angekündigt. Die Hypovereinsbank will 9 100, die Dresdner Bank 7 800 und die Commerzbank 3 400 Stellen streichen. Auch für die öffentlich-rechtlichen Banken sagt Walter den Verlust von Arbeitsplätzen voraus.

Die Deutsche Bank will den angestrebten Abbau von 7 100 Stellen bis zum Jahr 2003 mit den "bewährten personalpolitischen Instrumenten" bewältigen. "Rein statistisch könnte der Abbau über Fluktuation erfolgen, dies wird nicht in jedem Fall realisierbar sein", sagte Personalvorstand Tessen von Heydebreck der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er widersprach Berichten, wonach Deutschlands größter Geldkonzern 15 000 Stellen abbauen wolle. Die Zahl "ist schlicht aus der Luft gegriffen", sagte Heydebreck.

Die Deutsche Bank 24 baut nach Angaben ihres Vorstandschefs Herbert Walter ihr gesamtes Filialnetz um. Die bundesweit über 1 000 Filialen würden künftig unter dem Namen Moneyshop firmieren, sagte Walter der "Berliner Morgenpost" (Sonntag). Daneben sollten Beratungscenter qualifizierte Bankdienstleistungen anbieten. Er begründete das neue Konzept mit dem veränderten Kundenverhalten. Geld abheben, Überweisungen sowie Kontoabfragen seien in den Moneyshops rund um die Uhr möglich. Die Deutsche Bank 24 hat seit ihrem Start im Jahr 1999 nach eigenen Angaben eine Million neue Kunden gewonnen. Insgesamt betreuen die 16 500 Beschäftigten 7,8 Millionen Privat- und Geschäftskunden.

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