Viele Arbeitsplätze gefährdet
„Nie ging es dem Handwerk so schlecht wie heute“

Das deutsche Handwerk rechnet für 2003 wie im Vorjahr mit deutlichen Umsatzrückgängen und Arbeitsplatzverlusten.

HB/dpa MÜNCHEN. "Es ist erneut ein Minuswachstum zu erwarten. Es deutet nichts daraufhin, dass sich die schlechte Lage bessert", sagte Hanns- Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), am Freitag in München. 2002 sei der Umsatz im Handwerk um drei Prozent gesunken. 300 000 Arbeitsplätze seien verloren gegangen. In München wird am kommenden Donnerstag die 55. Internationale Handwerksmesse (bis 19. März) eröffnet.

Auch die Leitmesse I.H.M. leidet unter der Flaute: In diesem Jahr nehmen mit 1680 Firmen rund 250 Aussteller weniger teil als 2002. Heinrich Traublinger, der Präsident des Bayerischen Handwerkstages, hofft dennoch auf positive Impulse durch die Messe: "Vielleicht kann sie die miese Stimmung verbessern." Auch er geht jedoch von einer Fortsetzung der Krise aus: "Nie ging es dem Handwerk so schlecht wie heute."

Schleyer machte für die Krise vor allem den schwachen Binnenmarkt verantwortlich. Nach wie vor laufe der Export besser als das Geschäft in Deutschland. "Der Zeitpunkt ist mehr als überfällig, dass ein Ruck durchs Land geht", sagte der ZDH-Experte. Er forderte einen Abbau von Lohnnebenkosten und Bürokratie sowie Steuersenkungen. Sollte Kanzler Gerhard Schröder (SPD) in seiner Regierungserklärung am kommenden Freitag (14. März) keine Wende einläuten, seien in diesem Jahr erneut mehrere 100 000 Arbeitsplätze im Handwerk bedroht.

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