Viele Aufträge kurzfristig storniert
Software AG tritt scharf auf die Bremse

Der zweitgrößte deutsche Software-Hersteller Software AG hat nach dem jüngsten Geschäftseinbruch im ersten Quartal die Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr 2002 scharf nach unten korrigiert und für den Gewinn nur noch eine unbestimmte Prognose abgegeben.

Reuters DARMSTADT. Im laufenden Geschäftsjahr werde der Umsatz um zehn Prozent zum Vorjahreswert von 588,5 Millionen Euro sinken, teilte das im MDax gelistete Unternehmen in seiner neuen Prognose am Mittwoch mit.

Auf Grund dieses konjunkturell bedingten Erlösrückgangs und eingeplanter Kosteneinsparungen von rund 50 Millionen Euro werde als Nettoergebnis ein zweistelliger Millionen-Betrag erwartet, hieß es weiter ohne konkrete Angaben. Im vergangenen Jahr hatte der Nettogewinn 38,7 Millionen Euro betragen.

Ende Januar hatte die Software AG noch ein Umsatzplus im Jahr 2002 in Höhe von zehn Prozent gegenüber dem Rekorderlös des Vorjahres erwartet. Diese Prognosen revidierte die Software AG jedoch in der Folge zwei Mal. Dies hatte einen massiven Kurssturz bei der Aktie zur Folge.

Mit den am Mittwoch veröffentlichten Quartalszahlen blieb das Unternehmen im Rahmen der korrigierten Prognose. Danach belief sich die Umsatz im ersten Quartal 2002 auf 116,4 Millionen Euro nach 128,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Reduzierte Prognose getroffen

Das Ebitda betrug 3,6 Millionen Euro nach 1,3 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Damit wurde die auf zwei bis drei Prozent gesenkte Prognose zur Ebitda-Marge getroffen. Zum Vorjahr vergrößerte sich in dem Zeitraum der Nettoverlust jedoch auf 2,4 Millionen Euro von zuvor 1,5 Millionen Euro.

Die nach Unternehmensangaben "schwierigsten und überraschendsten Probleme in der Geschichte der Software AG" in den Monaten Januar bis März seien vor allem auf Auftragsstornierungen zurückzuführen. Der Umsatz des Konzerns mit Lizenzen ging dadurch deutlich von 38,5 im Vorjahr auf 24,6 Millionen Euro zurück. Der im Vorjahresvergleich um knapp zehn Millionen Euro auf 51,5 Millionen Euro gestiegene Dienstleistungs-Umsatz konnte diesen Einbruch nicht kompensieren.

Stornierungen kamen zu spät

Nach Unternehmensangaben kamen die Auftragsstornierungen "sehr spät", so dass vor Ende des Quartals keine Kosteneinsparungen mehr eingeleitet werden konnten. Daher habe der Umsatzrückgang auf das Ergebnis durchgeschlagen.

Die geplanten Ausgaben sollen im laufenden Jahr um rund 50 Millionen Euro reduziert werden. Auch ein Stellenabbau um rund 150 auf 3100 Mitarbeiter bis zum Jahresende ist eingeplant. Dies soll über die Nichtbesetzung frei werdender Stellen und durch Entlassungen erreicht werden. Die dafür notwendigen außerordentlichen Aufwendungen seien bereits verbucht, teilte das Unternehmen mit.

Das Unternehmen bekräftigte zudem seinen vorsichtigen Ausblick für eine Erholung der Branchenkonjunktur. "Es ist noch nicht klar, dass die Wirtschaft den wiederholt zitierten Aufschwung in der zweiten Hälfte einsetzt und welche Auswirkungen diese Erholung auf die Informationstechnik-Branche haben wird", hieß es. Die Software AG verwies auf "vorsichtige Analysten", die eine Trendwende des Marktes frühestens im Jahr 2003 sähen.

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