Viele Autohäuser haben sich auf die Brüsseler Reform vorbereitet: KfZ-Händler sehen in der Liberalisierung auch Vorteile

Viele Autohäuser haben sich auf die Brüsseler Reform vorbereitet
KfZ-Händler sehen in der Liberalisierung auch Vorteile

Große deutsche Autohändler blicken der Brüsseler Reform, europaweit den Autohandel zu liberalisieren, gelassen entgegen. Der größte deutsche Ford-Händler, die Schwabengarage, sieht sich für eine Liberalisierung gut vorbereitet. "Wir haben eine große Einkaufsmacht und ein gutes Vertriebsnetz", sagte Michael Ziegler, Vorstand der Schwabengarage dem Handelsblatt. Das bringe in einem schärferen Wettbewerb Vorteile.

brb STUTTGART. Branchenexperten schätzen, dass das Brüsseler Vorhaben den Konkurrenzdruck unter den Autohändlern in Europa weiter verschärfen wird. Die so genannte Gruppenfreistellungsverordnung sicherte den Autoherstellern bislang exklusive eigene Händlernetze. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti will hier nun mehr Wettbewerb zulassen und am 30. Januar dazu einen Vorschlag für ein neues Vertriebssystem vorlegen.

Die Schwabengarage, die zur Züricher Frey-Gruppe gehört, hat 38 Eigenbetriebe und ein Netz von 160 zum Teil selbstständigen Händlern. In der Unternehmensgruppe werden neben Ford bereits weitere Marken - darunter Toyota und Hyundai - vertrieben. Gezielt hat die Schwabengarage in großen Städten außerhalb Baden-Württembergs Niederlassungen gekauft. "Wir verfolgen weiterhin die Politik der Flächendeckung", bekräftigt Ziegler.

Seit 1997 stellt sich auch der Wuppertaler Opelhändler Aurego auf die Liberalisierung ein. Firmenchef Hans-Joachim Flohr hat sieben Opel-Niederlassungen hinzuerworben und vertreibt seit kurzem auch die Marke Honda. "Weitere Marken werden hinzukommen", sagt Flohr und freut sich in diesem Zusammenhang über die Freiheit, die Brüssel bringen wird. Er rechnet damit, auch künftig die Marke Opel exklusiv in seiner Region vertreiben zu können. Die Autohersteller würden dafür schon Wege finden.

Dass der Wettbewerb noch mörderischer werden könnte, können sich kleinere Händler kaum vorstellen. VW-Händler Otto Hahn von Hahn & Lang in Stuttgart klagt über die ohnehin schon geringen Verdienstspannen und die Pleitewelle. Er hält den Mittelstand für schutzbedürftig. Monti bereitet ihm Sorgen - mehr aber noch die derzeit unklare VW-Markenstrategie. Die GVO sei in Teilen reformbedürftig. Die Hersteller missbrauchten gelegentlich ihre Macht.

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