Viele Bundesligaprofis
EM-Trainer setzen auf „Made in Germany“

Das Vertrauen in das Gütesiegel „Made in Germany“ ist auch im Fußball ungebrochen. Obwohl die Klubs der Bundesliga in den vergangenen Jahren keine internationalen Erfolge mehr feiern konnten, setzen die Trainer der EM-Teilnehmer auf zahlreiche Spieler aus dem deutschen Fußball-Oberhaus.

57 Profis aus der Bundesliga kämpfen beim kontinentalen Titelkampf in Österreich und der Schweiz (7. bis 29. Juni) um die Trophäe. Damit stellt die deutsche Eliteklasse das größte Spieler-Kontingent und hat die anderen europäischen Top-Ligen weit hinter sich gelassen.

Die Bundesliga profitiert allerdings vom Aus der Engländer in der Qualifikation - andernfalls hätte die englische Premier League das größte Kontingent gestellt. Der Anteil der Bundesliga an den insgesamt 368 EM-Spielern beträgt 15,5 Prozent. Hinter der deutschen Eliteklasse folgen gleichauf die Premiere League, die italienische Serie A und die spanische Primera Division (jeweils 41 Spieler/11,1 Prozent).

Und da Russlands niederländischer Trainer Guus Hiddink seine Spieler, mit Ausnahme von Angreifer Iwan Sajenko vom Bundesliga-Absteiger 1. FC Nürnberg, nur aus russischen Vereinen rekrutiert hat, liegt die russische Liga (27/7,3) sogar noch weit vor der französischen Ligue 1 (19/5,2) - im Gegensatz zu Hiddink vertraut Frankreichs Trainer Raymond Domenech nämlich vorwiegend auf Legionäre.

Die Führungsrolle der Bundesliga beim EM-Kontingent ist vor allem nach den zuletzt mageren Jahren im Europapokal und der immer wieder aufkommenden Kritik an der Spielweise der Klubs von Seiten der Nationalmannschafts-Verantwortlichen eine große Überraschung. Die große Zahl der Bundesliga-Legionäre dürfte Wasser auf die Mühlen Klub-Manager sein.

Vor allem Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler hatte die Liga-Verantwortlichen in der jüngsten Vergangenheit mehrfach gegen die Kritik aus den Reihen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verteidigt und die "Spielphilosophie von heute als ein Produkt der hervorragenden Jugendarbeit in den Vereinen" gelobt.

Die "deutsche Wertarbeit" wird vor allem in Tschechien, Kroatien und beim Co-Gastgeber Schweiz geschätzt. In allen drei Kadern ist die Bundesliga mit sechs Profis vertreten. Coach Slaven Bilic vom deutschen Vorrundengegner Kroatien überlegt sogar, sein System für Spielmacher Ivan Rakitic von Schalke 04 umzustellen. "Im 4-2-3-1-System zu spielen, ist eine Möglichkeit und in unseren Gedanken seit Raktic zu uns gekommen ist", sagte Bilic.

Während Rakitic bei den Kroaten noch um seinen Stammplatz kämpfen muss, sind zwei Profis von Meister Bayer München bei den Turnierfavoriten Italien und Frankreich zentrale Figuren. Bundesliga-Torschützen Luca Toni, der laut Italiens Trainer Roberto Donadoni "erst in München zum Weltstar wurde", soll den Weltmeister auch zum EM-Titel führen. Dasselbe Ziel verfolgt Franck Ribery mit der Equipe Tricolore.

© SID

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