Viele Details aus Herbstgutachten offenbar vorab durchgesickert
Institute rechnen mit Wachstum von nur noch 2,7 Prozent

Die sechs führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute schätzen in ihrem Herbstgutachten auf Grund des starken Ölpreisanstiegs und der strafferen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) die Wachstumschancen im kommenden Jahr etwas verhaltener ein.

Reuters BERLIN. Wie am Montag aus Kreisen der Institute verlautete, wird sich in Deutschland das Wachstum auf 2,7 % von noch 3,0 % in diesem Jahr abschwächen. Im Frühjahrsgutachten waren die Wirtschaftswissenschaftler noch von Wachstumsraten für 2000 und 2001 von jeweils real 2,8 % ausgegangen. Der Euro tendierte nach Bekanntwerden der Prognose nahe seines Allzeittiefs.

Nach Vorabberichten mehrerer Tageszeitungen rechnen die Institute auch für die Euro-Zone mit einer leichten Abschwächung des an sich weiter robusten Wirtschaftswachstums auf 2,8 von 3,3 % im kommenden Jahr. Der Bericht wird am Dienstagvormittag in Berlin veröffentlicht. Der Euro tendierte am Montagabend im US-Handel bei 0,8355 $ nahe dem Rekordtief von 0,8323 $.

Arbeitslosenquote von 8,5 Prozent erwartet

Wie aus den Institutskreisen verlautete, wird nach den Prognosen in Deutschland die Arbeitslosenquote 2001 auf 8,5 % von 9,2 % sinken. Die Inflationsrate könnte auf auf 1,7 von 1,9 % im Jahr 2000 zurück gehen. In der Euro-Zone wird die Teuerung allerdings nach einem Vorabbericht der " Financial Times Deutschland " wegen der stark gestiegenenen Ölpreise in diesem Jahr auf 2,3 % und 2001 noch bei 2,1 % liegen. Damit würde die Inflationsrate in beiden Jahren über der Marke liegen, die die EZB zu tolerieren bereit ist. Die EZB hat bereits mehrfach die Zinsen erhöht, um Inflationsrisiken, die auch aus dem schwachen Euro resultieren, zu begrenzen.

An dem Gemeinschaftsgutachten für die Bundesregierung sind das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin (DIW), das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA), das ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München, das Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (IfW), das Institut für Wirtschaftforschung Halle (IWH) sowie das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen beteiligt.

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