Viele Einzelhändler von den Vorjahresergebnissen weit entfernt
Winterwetter begünstigt Weihnachtsgeschäft

Zwar hat der Wintereinbruch das Weihnachtsgeschäft im deutschen Einzelhandel zum Wochenende beflügelt, doch die Aussichten bleiben trübe. Die Umsätze liegen fast überall weiterhin unter Vorjahr.

HB DÜSSELDORF. Noch immer warten Deutschlands Einzelhändler vergeblich auf den großen Durchbruch im Weihnachtsgeschäft. Wie der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) in Berlin mitteilte, erreichten die Umsätze am zweiten Adventssamstag nicht den Wert des Vorjahres. 70 % der befragten Unternehmen hätten über ein Umsatzminus im Vergleich zu 2001 geklagt. Nur 25 % berichteten laut HDE über ein Ergebnis über dem Vorjahresniveau. Fatal für die Branche: Nach einem zumeist deprimierenden Geschäft in den ersten drei Quartalen 2002 hoffen viele Unternehmen derzeit auf einen Endspurt kurz vor Weihnachten.

Doch der ist bislang ausgeblieben. Auch die vergangene Woche sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum für drei Viertel der Geschäfte schwach verlaufen, teilte der HDE mit. Als Grund hätten viele Einzelhändler vor allem das wenig winterliche Wetter sowie die negativen Schlagzeilen aus der Politik genannt.

Der Einzug des kalten Winterwetters zum Wochenende lässt die Stimmung nun jedoch etwas ansteigen. Die leidgeprüften Händler erzielten am Samstag mehrheitlich höhere Umsätze als in der Vorwoche. "Der Winter hat Einzug gehalten in Deutschland und belebte in vielen Städten das Weihnachtsgeschäft, das weiter an Fahrt gewinnt", berichtete ein HDE-Sprecher. Im Vergleich zum ersten Adventssamstag habe sich für 60 % der Einzelhändler das Geschäft verbessert.

Angesichts des Wintereinzugs hätten sich vor allem Mäntel, Pullover, Mützen, Schals und Handschuhe großer Nachfrage erfreut. Zudem habe der Kälteeinbruch den Verkauf von Wintersportartikeln beflügelt. Beliebt seien bei den Einkäufern zudem Handys und das passende Zubehör sowie Schmuck oder Parfüms gewesen.

Aber auch typische Weihnachtsgeschenke wie Spielzeug, Sportartikel und Unterhaltungselektronik, so eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa, fanden regen Absatz. DVD- Player und Digital-Kameras standen an oberster Stelle auf dem Wunschzettel.

Bereits am Mittag berichteten viele Sprecher von vollen Kaufhäusern. Während die Einzelhändler in Hamburg gute Umsätze erwarteten, lag der Umsatz in Hessen unter dem Vorjahresniveau. Hier sei das Geschäft nur schleppend angelaufen. "Es sind zwar sehr viele Kunden bei uns, aber die meisten schauen nur und kaufen nicht", sagte der Geschäftsführer eines Frankfurter Kaufhauses.

Der Handel in Nordrhein-Westfalen zeigte sich überwiegend optimistisch. "Den Halbzeitergebnissen nach zu urteilen scheint es ein guter Tag zu werden", erklärte am frühen Nachmittag ein Sprecher des Kaufhofs in Köln. Unterdessen verlängert die Düsseldorfer Bekleidungs- Kaufhauskette C&A ihre D-Mark-Aktion bis zum 24. Dezember. Der große Erfolg zum Start der Aktion am 30. November und das starke Interesse in der Folgezeit hätten den Ausschlag gegeben, berichtete C&A am Samstag. Auch andere Kaufhäuser boten ihren Kunden nach HDE-Angaben an, mit D-Mark zu bezahlen, ein Service, den allerdings nur einzelne angenommen hätten.

In den Kaufhäusern Mecklenburg- Vorpommerns herrschte am zweiten langen Einkaufssamstag Hochbetrieb. Auch die großen Häuser in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Bayern berichteten von einem lebhaften Geschäft. Die Berliner strömten auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken zu Zehntausenden in die Kaufhäuser. Allerdings werde das Vorjahresergebnis wohl nicht erreicht, erklärte der Berliner Einzelhandelsverband. Viele Menschen würden vor allem "gucken und gucken und gucken", so sein Hauptgeschäftsführer.

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