Viele Favoriten auf den Sieg
Vierschanzentournee: Hannawald trägt deutsche Hoffnungen

Zum zweiten Mal nach 2002 will sich Sven Hannawald beim Ski-Springerspektakel Vierschanzentournee als Sieger eintragen. Der Hinterzartener gilt als "heißer" Siegkandidat bei der 52. Auflage der deutsch-österreichischen Traditionsveranstaltung, die am Montag in Oberstdorf beginnt.

HB OBERSTDORF. "Wir werden einen tollen Sven Hannawald erleben. Er ist ein absoluter Anwärter auf den Tournee-Sieg", prophezeite Bundestrainer Wolfgang Steiert einen Höhenflug seines Musterschülers.

Selten war das Feld der Favoriten beim Jahreshöhepunkt der Skispringer jedoch so groß wie in dieser durch Absagen und Verschiebungen gekennzeichneten Saison. Weltcup-Spitzenreiter Roar Ljökelsöy aus Norwegen gehört genauso dazu wie sein Landsmann Sigurd Pettersen, Routinier Martin Höllwarth (Österreich) oder Doppel- Weltmeister Adam Malysz aus Polen. Ein gewichtiges Wort mitreden um den Sieg und den Hauptpreis - ein Geländewagen im Wert von 33 000 Euro - werden auch Titelverteidiger Janne Ahonen (Finnland) und - Hannawald: "Ich brauche ein Top-Ergebnis, damit der Lauf kommt", setzt der Mannschafts-Olympiasieger auf einen gelungenen Auftakt.

Im Kreise seiner Familie hat der 29-Jährige über Weihnachten Kraft getankt und sieht der Tournee nun erwartungsvoll entgegen. "Ich will einfach Spaß haben und mit den Zuschauern die zehn Tage genießen", sagte Hannawald. Wie im Vorjahr hofft er auf ein Erfolgserlebnis gleich in Oberstdorf, wo er in den vergangenen zwei Jahren ganz oben auf dem Treppchen stand. Allerdings sind die Voraussetzungen dieses Mal anders: Nach dem Umbau für 16,6 Millionen Euro bietet die Schattenberg-Schanze ein neues Profil.

Hannawald freut sich dennoch auf das Auftaktspringen vor 23 000 Zuschauern, denn das lange vermisste Fluggefühl hat sich zuletzt langsam eingestellt. "Gerade vor heimischer Kulisse fühle ich mich immer besonders wohl. Ich hoffe, dass ich immer schön locker bleibe und die Sprünge, die ich von mir gewohnt bin, abrufen kann", erklärte der "Überflieger" der Tournee 2001/2002, als er als erster Springer alle vier Wettbewerbe gewann.

Größtes Sorgenkind ist Michael Schmitt

Neben Hannawald gilt Michael Uhrmann als Hoffnungsträger im deutschen Team. Der Bayer konnte zwar noch keine stabilen Leistungen anbieten, vom Potenzial müsste es aber für eine Platzierung unter den Top 15 reichen. "Das Wichtigste für mich ist, einen Einbruch bei der Tournee zu vermeiden", setzte sich Uhrmann selbst unter Druck. Der lastet auch auf dem Bundestrainer, der mit den bisherigen Saisonergebnissen nicht zufrieden sein konnte. "Ich bin lange genug im Geschäft, um zu wissen, wie ich mit der Situation umgehen muss. Wir sind nicht so schlecht, wie es nach der Papierform aussieht. Das Team ist stark", beruhigte Wolfgang Steiert.

Sein größtes Sorgenkind heißt Martin Schmitt, der den Nachweis internationaler Klasse bislang schuldig geblieben ist. "Er hat von uns die Rückendeckung und wird seine starken Sprünge bringen", sagte Steiert, der bei der Tournee erstmals in der Verantwortung und unter Hochspannung steht. An ihm wird es liegen, Ruhe in die Mannschaft zu bringen, damit jeder Springer sein Potenzial ausschöpfen kann. Wir können ganz vorne mitspringen", erklärte der Coach optimistisch.

Dies trifft aber auch auf die anderen Nationen zu. Vor allem die Norweger um den zweimaligen Saisonsieger Ljökelsöy treten in breiter Phalanx auf. Beim Co-Gastgeber Österreich trägt Martin Höllwarth die Hoffnungen. "Er hat viel Selbstvertrauen und weiß, dass er zur Spitze gehört", meinte Sportdirektor Toni Innauer. Der nominierte auch den vor vier Wochen schwer gestürzten Thomas Morgenstern. Für das Comeback des 17-Jährigen, der am vergangenen Wochenende wieder erste Schneesprünge absolvierte, wurde jedoch niedrige Ziele ausgegeben. "Er soll sich für die Wettbewerbe qualifizieren, alles darüber hinaus wäre eine Überraschung", so Innauer.

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