Viele Firmen setzen den Rotstift an
Nach dem Krisenjahr kommt der Dividenden-Kater

Geht es börsennotierten Unternehmen schlecht, fällt zunächst der Kurs. Mit Zeitverzögerung bekommen die Aktionäre schwere Zeiten dann auch bei der Dividende zu spüren.

afp BERLIN. In diesem Jahr werden viele Anteilseigner deutlich weniger oder gar gar nichts bekommen. Hier folgt eine Zusammenfassung der Dividendenentscheidungen und-vorschläge prominenter Dax-Unternehmen:

Kürzung: Mit der Deutschen Telekom setzte am Dienstag eines der gewichtigsten Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) den Rotstift an. Der Aktionärsbonus wurde im Vergleich zum Vorjahr von 62 Cent auf 37 Cent gekürzt. Gesenkt hat wegen der Branchenkrise und den Verlusten in den USA auch der Autobauer DaimlerChrysler: Nach satten 2,35 Euro für das Jahr 2000 bekommen die Aktionäre dieses Jahr nur noch einen Euro pro Anteilsschein überwiesen.

Auch die Anteilseigner von Siemens kamen (bis Ende September 2001) schlechter weg: Hier sank der Bonus von 1,60 Euro auf einen Euro. Die Commerzbank halbierte gar auf 40 Cent. Gesenkt wurde die Dividende zudem bei Bayer (1,40 Euro auf 90 Cent) und MAN (ein Euro auf 60 Cent).

Streichung: Noch schlimmer hat es die Anteilseigner der Deutschen Lufthansa erwischt. Wegen der Branchenkrise in der Folge und den Folgen des 11. September gehen die Aktionäre nun komplett leer aus. Daneben verzichten auch der Chipbauer Infineon und der Halbleiterspiezialist Epcos auf eine Ausschüttung.

Unverändert lassen BASF (1,30 Euro), Degussa (1,30 Euro) und die Deutsche Bank (1,30 Euro) ihre Dividende. Auch der Sportartikelhersteller Adidas-Salomon will mit 92 Cent nicht unter dem Vorjahresniveau bleiben. Und trotz der Belastungen der Terroranschläge in den USA schlug der Versicherer Allianz eine gleichbleibende Ausschüttung von 1,50 Euro vor.

Eher kosmetisch fällt die Erhöhung angesichts der Technologiekrise in diesem Jahr beim Softwareunternehmen SAP (57 auf 58 Cent) aus. Und auch die Hypo-Vereinsbank gibt mit 85 Cent (Vorjahr: 84 Cent) nur einen geringen Aufschlag gegenüber dem Vorjahr.

Gut fahren dagegen die Anteilseigner der Autobauer BMW und Volkswagen: Trotz Konjunkturflaute geben die Münchner ihren Aktionären einen erhöhten Nachschlag von 52 Cent (Vorjahr: 46 Cent) und die Wolfsburger von 1,30 je Stammaktie (Vorjahr: 1,20 Euro).

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