Viele Fondsgesellschaften verzichten auf aktiven Vertrieb von Riester-Produkten
Fondskommentar: Qualität verkauft

Amerikaner gelten als Weltmeister des Marketings. Keiner anderen Nation wäre es wohl gelungen, eine überzuckerte braune Brause als Weltgetränk zu vermarkten.
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DÜSSELDORF. Auf die Idee, einen Science-Fiction-Epos wie "Krieg der Sterne" zu drehen, um vornehmlich Spielzeug, T-Shirts und Bücher zu verkaufen, wären die Europäer wohl auch nicht gekommen.

Allerdings stehen Werbeaufwand und Verkaufserfolg nicht immer in einem gesunden Verhältnis. Das gilt nicht nur in den USA, sondern beispielsweise auch für die intensiv beworbenen Riester-Produkte. Derzeit stehen die Kunden für Riester-Fonds nicht gerade Schlange (WirtschaftsWoche 22/2002). Nicht verwunderlich, wenn viele Fondsgesellschaften auf einen aktiven Vertrieb verzichten.

Andererseits gibt es auch Produkte, die den Kunden auch ohne oder mit wenig Werbung überzeugen. Obwohl die US-Fondsgesellschaften ihr Werbebudget laut dem New Yorker Research-Unternehmen Competitrack im ersten Quartal 2002 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 70 Prozent auf 35,6 Millionen US-Dollar gekürzt haben, erreichte das Neugeschäft bei Aktienfonds mit 54,7 Millionen US-Dollar das höchste Niveau seit zwei Jahren.

Für den Boom entscheidend war das steigende Vertrauen der Anleger in die Börse. Dieses Vertrauen hängt aber nicht nur von der Börsenkonjunktur ab, sondern auch von den Leistungen der Fondsmanager und Teams, die ihnen zuarbeiten. Wirklich Gutes verkauft sich fast von selbst. Dafür sorgen schon die Ratingagenturen. Fonds, die in den Ranglisten weit oben stehen, gehen meist weg wie warme Semmeln.

Fondsanlegern sei ans Herz gelegt, die Werbeversprechen der Fondsgesellschaften kritisch unter die Lupe zu nehmen. Eines der beliebtesten Spielchen zur Verschleierung an sich schwacher Ergebnisse: Mit welchem Vergleichsindex sieht mein eigener Fonds am besten aus? Es wird sich doch irgendein absurder Maßstab finden lassen, der noch schlechter gelaufen ist als das lahme Fondsprodukt. Da hilft dem Anleger nur: der Analyse unabhängiger Experten vertrauen oder die Analysetools auf den Finanzseiten im Internet nutzen. Die verzichten in der Regel auf exotische Indizes.

Wer viel verspricht und wenig hält, dem laufen letztlich die Anleger davon. Qualität ist das beste Verkaufsargument.

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