Viele Geldinstitute kündigen Gebühren an
Banken wollen Fremdkunden beim Euro-Umtausch zur Kasse bitten

Beim Umtausch von D-Mark in Euro wollen die meisten Banken Fremdkunden zur Kasse bitten. Die Postbank kündigte an, für den Umtausch ein Entgelt von fünf Euro (9,75 Mark) zu verlangen. Der Sparkassen- und Giroverband wies am Montag jedoch darauf hin, dass Fremdkunden schon immer Gebühren beim Devisentausch zahlen mussten. Das werde auch beim Euro gelten.

ap FRANKFURT/MAIN. Die Commerzbank will allerdings eine haushaltsübliche Menge von 1.000 Mark in Scheinen und 20 Mark in Münzen auch Nichtkunden kostenlos umtauschen.

Bei größeren Mengen werde man die Verbraucher aber bitten, zur Hausbank zu gehen, sagte ein Commerzbank-Sprecher. Die Dresdner Bank will zunächst abwarten, wie sich das Verbraucherverhalten zum Jahresende entwickelt. Kleinere Mengen für Fremdkunden könnten möglicherweise kostenlos sein, die letzte Entscheidung treffe aber die Filiale. Die HypoVereinsbank verlangt von Nichtkunden ab Neujahr 2002 eine Gebühr von 50 Cent für eine Pfennigrolle und von zehn Euro für einen Geldsack (18 Kilogramm). Für eigene Kunden ist der Umtausch auf jeden Fall bis Ende Februar kostenlos, betonen die Institute übereinstimmend.

Thomas Bieler, Euro-Experte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, appellierte an die Banken, auch bei Fremdkunden kulant zu sein. Schließlich handele es sich eigentlich um ein Randthema. Die allermeisten Bankkunden würden ohnehin zu ihrem Institut gehen, wenn sie Mark in Euro wechseln wollten. Es sei nicht zu verstehen, dass die Banken wegen weniger Einzelfälle unnötig negative Publicity in Kauf nähmen. Eine rechtliche Verpflichtung zum kostenlosen Umtausch gebe es bei Nicht-Kunden allerdings nicht, räumte der Sprecher ein.

Schlafmünzen-Aktion brachte nicht erhofften Erfolg

Bundesbankpräsident Ernst Welteke reagierte gelassen. Der Euro komme von ganz allein. Über die Geldautomaten würden die Bundesbürger automatisch mit Euro versorgt. Für den Durchschnittsbürger, der keine großen Bestände an Scheinen oder Münzen gehortet habe, bestehe überhaupt keine Notwendigkeit D-Mark in Euro zu tauschen.

Nach Angaben des Bundesverbandes deutscher Banken haben sich die deutschen Kreditinstitute in einer Selbstverpflichtung bereit erklärt, eine so genannte haushaltsübliche Menge an Bargeld in der achtwöchigen Einführungszeit von Januar bis Februar 2002 zumindest für ihre Kunden gebührenfrei umzutauschen.

Was passiert, wenn Bankkunden nach dem 28. Februar D-Mark in Euro tauschen wollen, scheint noch weitgehend offen. Bei der Dresdner Bank heißt es, man gehe davon aus, dass die Kunden bis Ende Februar ihr Bargeld getauscht hätten. Danach müsse im Einzelfall geprüft werden. Der Sparkassen- und Giroverband empfahl den Bürgern, ihre Bargeldbestände möglichst bald bei der Hausbank einzuzahlen. Auf jeden Fall kann bei den Landeszentralbanken auch nach dem Stichtag das Geld noch kostenlos getauscht werden.

Zugleich berichtete der Verband, die Bankenaktion `Her mit den Schlafmünzen" habe nicht den erhofften Erfolg gebracht. Ein halbes Jahr vor der Euro-Einführung zahlten nur acht Prozent der Bürger gehortete Mark- und Pfennigmünzen auf ihr Konto ein. Statt der erwarteten acht Milliarden Münzen seien höchstens 4,5 Milliarden zur Bank gebracht worden. 20 Milliarden Münzen seien noch im Umlauf. Die Sparkassen forderten eine Wiederholung der Aktion im Oktober.

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