Viele gemeinsame Fonds von Universal-Investment und externen Partnern stehen vor der Schließung
Vermögensverwalter-Fonds sind bedroht

Zu Börsenhausse-Zeiten galten sie als Erfolgsrezept: von Vermögensverwaltern gemeinsam mit Fondsgesellschaften aufgelegte Publikumsfonds. Nun schließen die ersten.

FRANKFURT/M. "Ein Publikumsfonds braucht ein Volumen von mindestens 10 Millionen Euro, damit er sich rentiert. Alle unserer Fonds, die darunter liegen, stehen auf dem Prüfstand", sagt Bernd Wagner, Geschäftsführer der Fondsgesellschaft Universal-Investment (UI). Viele der 105 Publikumsfonds von UI, der gemeinsamen Fondsgesellschaft der fünf deutschen Privatbankiers Hauck & Aufhäuser, Metzler, BW Bank, Lampe und Berenberg, sind demnach zu klein. Besonders stark betroffen sind die 76 sogenannten Private-Label-Fonds, die UI im Angebot hat. Laut Wagner kommen sie oft nur auf "unbefriedigende Mini-Volumina" von ein bis drei Mill. Euro. Private-Label-Fonds sind Publikumsfonds, die von einer Kapitalanlagegesellschaft in Kooperation mit externen Partnern aufgelegt werden. Dabei handelt es sich meist um unabhängige Vermögensverwalter. Die UI hat in Deutschland mit Abstand die meisten solcher Produkte aufgelegt.

Unter Experten ist es unbestritten, dass sich ein Fonds erst ab einer gewissen Größe profitabel betreiben lässt - viele gehen sogar von einem nötigen Volumen von 15 Mill. Euro oder mehr aus. Bei zu geringen Volumina schlagen die Fixkosten für Verwaltung, Management und Veröffentlichung zu stark durch und schmälern die Wertentwicklung. Die Fonds, deren Volumen unter 10 Mill. Euro falle, würden entweder geschlossen oder, soweit gesetzlich möglich, fusioniert, sagt Wagner. Eine andere Variante sei, die Marketingaktivitäten zu verstärken, den Fonds also zu "reaktivieren". Dabei seien insbesondere die Vermögensverwalter gefragt. "Die Vermögensverwalter merken nun, dass eine tolle, kreative Idee für einen Fonds nicht ausreicht", sagt Wagner. Sie müssten lernen, die Produkte besser am Markt zu platzieren und zu vertreiben. Diese Aufgabe hätten die Vermögensverwalter in der Vergangenheit unterschätzt. So stünden nun vielen Private-Label-Fonds die Schließung bevor.

Damit rechnet auch Martin Stürner, Vorstandsvorsitzender des Vermögensverwalters PEH. Er macht dafür die schlechte Börsenlage und die schwere Vermittelbarkeit der Produkte im freien Vertrieb verantwortlich. Die Konsolidierung werde auch viele der kleinen Vermögensverwalter treffen. Diese litten unter stark gestiegenen Kosten, hervorgerufen durch die rasante technologische Entwicklung in der Branche. Viele kleine Verwalter könnten die nötigen Investitionen nicht leisten. Laut Markus Ross, Vorstand der Ceros Vermögensverwaltung und Vorstandsmitglied im Verband unabhängiger Vermögensverwalter (VUV), braucht ein Unternehmen mindestens ein verwaltetes Vermögen in Höhe von 50 bis 100 Mill. Euro, um im Markt zu bestehen. "Wir führen Gespräche mit kleineren Verwaltern, die unter unser Dach kriechen wollen", sagt er. Bei Zusammenschlüssen würden wohl Fonds mit schlechter Wertentwicklung geschlossen.

Trotz der momentan schwierigen Lage halte UI aber nach wie vor an der Zusammenarbeit mit den Vermögensverwaltern fest, sagt Wagner. "Das bleibt unverändert unser Schwerpunkt bei den Publikumsfondsaktivitäten." Auch Stürner lobt die gute Zusammenarbeit mit UI. So sei die Schließung von drei PEH-Fonds zum 30. Juni als "gemeinsame Entscheidung" von PEH und UI zu sehen. Die Vermögensverwalter sind sich sicher, dass das Konzept "Private Label Fonds" eine gute Zukunft hat - obwohl die Anleger in der Krise, wenn überhaupt, zu bekannteren Fonds-Marken wie Fidelity oder DWS greifen. Ross nennt die Vorteile: "Private-Label Fonds verursachen den Kapitalanlagegesellschaften sehr geringe Kosten, und sie können die Strategie eines Vermögensverwalters eins zu eins im Kundenportfolio abbilden."

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