Viele Gewinnmitnahmen
Europäische Börsen am Mittag meist klar im Minus

Die europäischen Börsen haben am Freitag nach meist freundlicher Eröffnung ins Minus gedreht und zu Mittag überwiegend in der Verlustzone tendiert. Händler erklärten, die anhaltenden Unsicherheiten und Ängste im Zusammenhang mit den US-Militärschlägen und einer möglichen Eskalation der Situation, veranlassten viele Marktteilnehmer zu Gewinnmitnahmen nach der guten Entwicklung in den vergangenen Tagen.

Reuters FRANKFURT. Zu Kursverlusten kam es in praktisch allen Sektoren. Der DJ Stoxx50 Index der grössten Unternehmen der EU und der Schweiz notierte gegen Mittag um 0,58 Prozent schwächer bei 3 481,49 Punkten. Die weitere Entwicklung werde neben den Ergebnisausweisen von Technologiefirmen wie Nokia , SAP oder Philips in der kommenden Woche auch von eine Reihe von US-Konjunkturdaten abhängen. Bereits am Nachmittag dürfte der von den Finanzmärkten stark beachtete Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigen für Oktober einen Hinweis auf die Verfassung der amerikanischen Wirtschaft geben.

London: Banken- und Versicherungswerte unter Druck

Die Londoner Börse notierte nach anfänglicher Aufwärtstendenz wegen einsetzenden Gewinnmitnahmen schwächer. Dabei gerieten Banken- und Versicherungswerte unter deutlichen Abgabedruck. Der FTSE-100-Index verlor fast ein Prozent auf 2 693,18 Zähler. Im arg gebeutelten Banksektor büssten Abbey Natinonal über drei Prozent ein und die Titel von Barclays gaben fast drei Prozent nach. Ebenfalls unter Druck stand der Telekomsektor; British Telecom ermässigten sich um 1,4 Prozent. Händler verwiesen auf die enttäuschende Entwicklung bei den Abonnenten im Mobilunkgeschäftsbereich. Unter Druck standen auch Vodafone, die über zwei Prozent verloren.

Paris: Cap Gemini belastet Marktgeschehen

Auch die Pariser Börse hat frühe Gewinne wieder abgegeben und belastet von Verlusten des IT-Beratungsfirma Cap Gemini tiefer notiert. Der CAC-40-Index schwächte sich um 0,44 Prozent auf 4311,78 Zähler ab. Die Cap-Gemini-Aktie tauchte zwischenzeitlich um fast acht Prozent und gegen Mittag noch 6,7 Prozent im Minus. Börsianern sagten, der Markt vermisse nötige Klarheit über den zukünftige Geschäftsentwicklung des Unternehmens angesichts der schwierigen Marktumfeldes. Laut Händler gerieten auch Titel der Medienbranche unter Druck. Für Aufhellung sorgten Alcatel, die über fünf Prozent stiegen.

Zürich: Banken mehrheitlich fester

Vor dem Wochenende stellten Marktteilnehmer einen Teil der jüngsten Gewinne sicher und bremsten damit die Kurse der Schweizer Aktien. Händler sprachen von einer Konsolidierung mit moderaten Umsätzen. Der SMI notierte um 0,67 Prozent tiefer bei 6064,0 Punkten. Im Verlauf hätten die meisten Aktien Boden eingebüsst. Während Novartis vom guten Zwischenbericht vom Vortag noch eine gewisse Stütze erhalten hätten und daher knapp gehalten notierten, sackten Nestle um mehr als zwei Prozent ab auf 328,50 sfr. Unter den Finanzwerten waren die Banken mehrheitlich fester, während die Versicherungen etwas nachgaben. Swissair hätten zunächst von spekulativen Käufen profitiert. Swissair stiegen auf 8,00 sfr und gaben dann 2,7 Prozent nach auf 6,80 sfr. Der Swissair-Sachwalter versucht den flugnahen Bereichen Liquidität zur Verfügung zu stellen, verweigert aber der Swissair die Zustimmung zum Überbrückungskredit der Banken von 250 Millionen sfr.

Amsterdam: Indexschwergewichte ziehen AEX nach unten

Die Börse Amsterdam hat nach leichten Eröffnungsgewinnen schwächer tendiert. Der AEX-Index verlor 0,77 Prozent auf 474,0 Zähler. Insbesondere Indexschwergewichte aus dem Banken- und Versicherungssektor gerieten unter Druck. ABN Amro fielen um 2,9 Prozent und ING gaben 1,5 Prozent nach. Laut Händler wurden beide Werte durch Sorgen über eine weitere Abkühlung der Wirtschaft und nachlassende Erträge aus dem Aktienhandel belastet. Die Titel des Versicherers Aegon notierten fast drei Prozent tiefer.

Mailand: Auf breiter Front schwächer

Die Mailänder Börse hat nach einer schwachen Eröffnung die Verluste ausgebaut und auf breiter Front schwächer tendiert. Belastend wirkten sich laut Börsianern die deutlichen Kursverluste bei Telekom - und Medienwerten aus. Der Mib30-Index verlor 0,32 Prozent auf 31.055 Zähler. Unter den Indexschwergewichten notierten Telekom Italia über ein Prozent tiefer. Olivetti gaben 0,5 Prozent nach.

Madrid: Moderat in der Gewinnzone

Die Madrider Börse notierte zur Tagesmitte moderat in der Gewinnzone.Der Ibex-Index notierte 0,31 Prozent höher bei 7553,1 Punkten. Indexschwergewicht Telefonica verzeichneten ein leichtes Plus von 0,1 Prozent. Laut Händlern standen einzelne Bankwerten unter Druck. Die Titel der führenden Bank des Landes, Santander Central Hispano , waren gehalten.

Stockholm: Geringe Umsätze

An der Stockholmer Börse kam es nach Tagen mit Kurszuwächsen zu Gewinnmitnahmen. Der OMX-Index notierte bei geringem Volumen um 0,76 Prozent tiefer bei 757,03 Zählern. Unter starken Druck geriet der Pharmatitel AstraZeneca.

Wien: Gegen den Trend deutlich fester

Die Wiener Börse hat sich vor dem Wochenende gegen den schwächeren Trend deutlich fester präsentiert. Der ATX-Index legte 1,14 Prozent auf 1077,96 Punkte zu. Händlern zufolge waren vor allem zuletzt arg gebeutelten Werte wie VA Technologie oder RHI gesucht. Die VA Technologie schnellten über sieben Prozent hinauf. Wienerberger kündigte die Schliessung von weltweit 13 Ziegelwerken an; die Aktie stieg 0,4 Prozent.

Brüssel: Bancassurance drückt auf die Stimmung

Die Börse Brüssel notierte wegen Gewinnmitnahmen schwächer. Der Bel-20-Index verlor rund ein Prozent auf 2697,70 Zähler. Belastend wirkten deutliche Kursverluste des Finanzkonzerns KBC Bancassurance , die 2,8 Prozent verloren. Zuvor hatte das Unternehmen eine Gewinnwarnung für das dritte Quartal abgegeben.

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