Viele Handy-Bestandteile wieder verwendbar
Roboter demontiert alte Mobiltelefone

In seinem ersten Leben hat der Roboter im Akkord Brötchen belegt. Jetzt demontiert er automatisch Handys. Dazwischen liegen einige Modifikationen von Wissenschaftlern der Technischen Universität Berlin.

clo BERLIN. Am Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb wurde ein erster Prototyp entwickelt, der zunächst die Gehäusebestandteile von der Platine trennt. Denn die Innereien eines Mobiltelefons sind nach durchschnittlicher Nutzungsdauer von zwei Jahren meist noch intakt. Mit einer neuen Hülle ließe es sich wieder in den Handel bringen, etwa auf Märkten der Dritten Welt, wo der Gebrauchtmarkt floriert.

Die Demontage ist ein schwieriges Geschäft: "Das Handy ist bislang nicht aufarbeitungsgerecht konstruiert, daher ist sein Recycling für den einzelnen Hersteller nicht wirtschaftlich", sagt Bahadir Basdere, Geschäftsführer des Sonderforschungsbereiches Demontagefabriken. Entweder landen die Geräte auf dem Müll oder werden in mühevoller Kleinarbeit von Hand zerlegt, wie bei dem weltweit größten Handyaufbereiter, der US ReCellular Inc. -Firma "Das ist zu aufwendig, personalintensiv und teuer, doch der Wiederverkaufspreis muss sich im Rahmen halten, damit der anvisierte Markt, Dritte-Welt- und Schwellenländer, sie auch annimmt", sagt Basdere.

Die in Berlin entwickelte Lösung heißt "Re-Mobile". Herzstück ist der umfunktionierte Lebensmittelroboter, dessen horizontal beweglicher Greifarm mit Schraubwerkzeug ausgestattet ist und durch ein neues Programm so präzise arbeitet, dass er die kleinen Schrauben des Gehäuses lösen und einzelne Teile greifen kann. An dem Roboterarm ist eine Kamera befestigt, die vor der Demontage ein Foto des Handys an ein Bildverarbeitungsprogramm übermittelt. Entsprechend der geometrischen Daten wird das Gerät so fixiert, dass der Roboter exakt arbeiten kann. Außerdem kommt ein Hochleistungssauger zum Einsatz: Wird zum Beispiel ein Nokia - Handy erkannt, dessen Oberschale sich von Hand wechseln lässt, wird diese einfach von einem Sauger entfernt.

Nun gehen die Forscher daran, mit Fördergeldern die Demontagestation zu verbessern: "Der Prozess soll schneller, präziser und multifunktionaler werden, so dass auch aufklappbare Handys zerlegt werden können", berichtet Mitarbeiter Tobias Brett. Ein großer Mobiltelefonhersteller hat gerade eine Zusammenarbeit mit den Forschern vereinbart. Wohl wissend, dass ab Ende nächsten Jahres die Rücknahmeverordnung für Altgeräte in Kraft tritt.

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