Viele Hausaufgaben müssen aber noch erledigt werden
Der Klassenprimus ist ein heißer Euro-Anwärter

Die Slowenen sind entschlossen, so schnell wie möglich den Anschluss an das Mittelfeld in der EU zu finden. "Wir wollen der Gemeinschaft im Mai kommenden Jahres in gleicher Verfassung wie seinerzeit Spanien und Portugal beitreten" fasst Franjo Stiblar, Wirtschaftsprofessor und Chefökonom der Nova Ljubljanska Banka, den Stolz und Ehrgeiz einer Nation zusammen, die im ehemaligen Jugoslawien in der Wirtschaft den Ton angegeben hat.

LJUBLJANA. In der Gruppe der acht osteuropäischen Beitrittsländer haben sich die strebsamen Slowenen schnell ins Spitzenfeld vorgearbeitet. Pro Kopf der Bevölkerung erwirtschaften sie inzwischen mit knapp 18 000 Euro ein Bruttoinlandsprodukt (BIP), das deutlich höher ist als das der zweitplatzierten Tschechen und schon rund 80 % des Durchschnitts in der EU nach der Erweiterung erreicht.

>>Grafik

Die BIP-Prognosen mussten aber im Herbst 2003 "ausschließlich auf grund von Exportausfällen" für das laufende Jahr auf 2,6 % zurückgeschraubt werden, erläutert IMAD-Ökonomin Mojca Vendramin die jüngsten Korrekturen an der Frühjahrsprognose des staatlichen Wirtschaftsforschungsinstituts. Einen voraussichtlichen realen Zuwachs von 3,6 % im kommenden Jahr stützt IMAD vor allem auf inländische Konjunkturhebel: Der private Konsum soll steigen, weil umfangreiche Bausparmittel frei werden. Die Investitionen boomen, weil der Autobahnbau auf Hochtouren läuft und die Unternehmen mehr neue Maschinen und Anlagen kaufen, um sich für den zunehmenden Wettbewerb zu wappnen. Am Arbeitsmarkt bildet sich die Arbeitslosigkeit vorläufig aber nur minimal auf 6,7 % (nach ILO-Kriterien) zurück.

>>Tabelle

Netto schlägt der EU-Beitritt für die slowenische Wirtschaft mit rund einem halben Prozent Wachstumseinbuße pro Jahr negativ zu Buche. Das erwarten jedenfalls die Analysten der slowenischen Wirtschaftskammer, "weil Slowenien als EU-Land auf den Märkten Ex-Jugoslawiens nun ungünstigere Zugangsbedingungen haben wird," so ihre Begründung.

Drohenden Wettbewerbsverlusten beugen inländische Unternehmen indes mit Investitionen in eigene Produktionsstätten in diesem Raum vor. 2003 führt dies dazu, dass Slowenen insgesamt mehr im Ausland investieren als Ausländer in der kleinen Alpenrepublik. Auch damit nimmt das Zwei-Millionen-Land, das im Transformationsprozess stets nach eigenen Lösungen gesucht hat, eine Sonderstellung ein.

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