Viele Investoren haben keine Alternative zum Euro
Euro setzt deutlichen Aufwärtstrend fort

Der Euro hat am Freitag weiter von den Erwartungen einer sich abschwächenden US-Wirtschaft profitiert und seine Gewinne gegen die US-Währung im frühen europäischen Geschäft zum ersten Mal seit dem 1. August über 0,92 $ ausgebaut. Händler sagten, die auf eine deutliche Wachstumsabschwächung hinweisenden US-Konjunkturdaten vom Vortag und die skeptische Haltung der Marktteilnehmer gegenüber den Aktienmärkten in den USA und Japan hätten die Gemeinschaftswährung zum Wochenschluss erneut gestützt.

Reuters FRANKFURT. Auf Grund der Unsicherheit über die Konjunkturaussichten in den beiden Ländern gebe es für Anleger derzeit keine wirkliche Alternative zum Euro, sagten Händler. Impulse für die Devisenmärkte könnten im Tagesverlauf aber von neuen Konjunkturdaten kommen, wobei es voraussichtlich aber nicht zu Kursverlusten beim Euro kommen werde.

Gegen 11.25 Uhr notierte die Gemeinschaftswährung mit 0,9254/57 $ nur leicht unter ihrem vorläufigen Tageshoch von 0,9262 $ und deutlich über ihrem New Yorker Schlusswert vom Vortag von 0,9159/63 $. Zum Yen stieg die Gemeinschaftswährung im frühen Handel auf ein Neun-Monats-Hoch von 103,55 Yen.

Auf eine deutliche Konjunkturabschwächung in den USA hatten am Donnerstag Händlern zufolge insbesondere die endgültigen Daten zum Wirtschaftswachstum im dritten Quartal hingewiesen. Das Brutto-Inlandsprodukt (BIP) ist nach Angaben des US-Handelsministeriums wegen schwächerer Exporte mit 2,2 % noch langsamer als bislang angenommen gestiegen. das handelsministerium revidierte seine Schätzung zum zweiten Mal von anfänglich 2,7 % nach unten. Im 2. Quartal war das Wachstum mit 5,6 % noch mehr als doppelt so hoch ausgefallen. Auch der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia rutschte im Dezember 6,1 Punkte ins Minus nach plus 5,2 Indexpunkten im November. Zudem stiegen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe mit 354 000 überraschend stark an. Auch die jüngsten Entwicklungen an den Aktienmärkten in den USA und Japan hätten dem Euro geholfen, hieß es. Der Nikkei-Index schloss zwar am Freitag leicht im Plus, hatte aber im Tagesverlauf zwischenzeitlich deutliche Kursverluste erlitten. Trotz der leichten Kursgewinne an der Wall Street vom Donnerstag glaubten die Märkte auch für die USA noch nicht an eine nachhaltige Erholung der Aktienkurse.

Optimistischer seien die Markteilnehmer dagegen für die Konjunkturaussichten in Europa, sagten Händler. "Die Leute richten ihre Käufe nach der Erwartung, dass die Wachstumsabschwächung in Europa relativ bescheiden ausfallen wird", sagte Jeremy Stretch von RBC Dominion Securities in London. Diese Ansicht habe die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag mit ihrem Monatsbericht unterstützt. In ihrem Dezember-Bericht hatte die Notenbank mitgeteilt, die Konjunktur in der Euro-Zone deute kurzfristig auf gewisse Abschwächungen hin, das Wachstum werde aber insgesamt kräftig bleiben.

Vor diesem Hintergrund haben viele Investoren Händlern zufolge derzeit keine Alternative zum Euro. "Wenn man sich andere Währungen anschaut, kann man sich weder für den $ noch den Yen begeistern. Wenn man also von diesen zwei Währungen absieht, bleibt nur noch der Euro übrig", sagte ein Händler. Dieser Trend wird sich nach Ansicht der Devisenexperten im Tagesverlauf fortsetzen, sollten die weiteren anstehenden US-Daten am Freitag erneut die Erwartungen der Analysten unterschreiten. Um 14.30 Uhr MEZ werden in den USA die Auftragseingänge langlebiger Güter und das persönliche Einkommen für November sowie um 16.00 Uhr MEZ der Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan für Dezember veröffentlicht.

Wenig Einfluss auf die Devisenmärkte hatten dagegen Händlern zufolge die am Morgen veröffentlichten Konjunkturdaten aus der Euro-Zone. Die deutschen Einfuhrpreise sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im November um 0,5 % zum Vormonat und 12,5 % im Jahresvergleich gestiegen. Das Nationale Statistikamt (INSEE) in Paris teilte zudem mit, die endgültigen französischen Verbraucherpreise seien im November gegenüber dem Vormonat um 0,3 % gestiegen. Die Jahresteuerung habe demnach plus 2,2 % betragen.

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