Viele Investoren warten ab
Konjunktursorgen belasten Märkte in Fernost

Sorgen über die japanische Wirtschaft und die Folgen der gefährlichen Lungenkrankheit SARS für die Tourismusbranche haben am Dienstag die Märkte in Fernost belastet.

Reuters TOKIO. An den Aktienmärkten gab es zum Teil deutliche Kursverluste, der Yen stand sowohl gegenüber dem Euro wie auch gegenüber dem Dollar unter Druck. Der Ölpreis blieb im Vorfeld der für diese Woche anberaumten Sondersitzung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) auf seinem hohen Niveau.

Die Börse Tokio hat am Dienstag erneut kräftig nachgegeben und nur wenig über dem jüngst erreichten 20-Jahrestiefststand geschlossen. Sorgen über die japanische Wirtschaft hätten dem Markt erneut zu schaffen gemacht.

Der 225 führende japanische Werte umfassende Nikkei-Index büsste 2,24 Prozent oder 178,62 Zähler ein auf 7790,46 Punkte. Der marktbreite Topix-Index verlor 14,30 Zähler oder 1,78 Prozent und schloss auf 787,49 Punkten. Vor allem die Aktien von Brokerunternehmen wie Nomura Holdings und anderen hätten unter den wegen der stotternden Weltwirtschaft düsteren Aussichten für Aktien gelitten. Zudem lasteten weiterhin die Verkaufsabsichten der Pensionsfonds auf dem Markt. Nomura sackten 3,8 Prozent ab auf 1114 Yen, was den Sektorindex um 3,7 Prozent nach unten gedrückt habe.

Der Dow-Jones-Index der 30 führenden Industriewerte war bis zum Handelsschluss in New York am Ostermontag um 0,1 Prozent auf knapp 8329 Punkte gefallen, der technologielastige Nasdaq-Index hatte ebenfalls um rund 0,1 Prozent auf 1424 Punkte nachgegeben.

"Die Anleger sind pessimistisch über die Weltwirtschaft, der Ölpreis ist nach wie vor hoch, und das Vertrauen der US-Verbraucher in die Lage ihrer Wirtschaft wird nicht besser", sagte Analyst Naoki Kamiyama von der Investmentbank Morgan Stanley.

Analysten erklärten die Kursrückgänge auch mit der abwartenden Haltung vieler Aktienhändler wegen der noch ausstehenden Geschäftszahlen vieler namhafter Unternehmen. "Die Leute nehmen vor der Veröffentlichung der Geschäftszahlen zu den Aktien noch immer eine abwartende Haltung ein", sagte Tsuyoshi Nomaguchi, Analyst bei Daiwa Securities, den Verlauf in Tokio. Die Aktien der Sony Corp gaben um über zwei Prozent auf 3790 Yen nach. Der weltgrößter Hersteller von Unterhaltungs-Elektronik will sein Jahresergebnis am Donnerstag bekannt geben.

Die Börse in Hongkong wurde Händlern zufolge vor allem von Sorgen belastet, SARS werde tiefe Spuren in der Tourismusbranche hinterlassen. Der Hang-Seng-Index fiel im Verlauf um 0,29 Prozent auf 8554 Punkte. China hat die als "Goldene Woche" bekannte Ferienzeit vom 1. bis 7. Mai auf drei Tage zusammen gestrichen. Medienberichten zufolge erhofft sich das Land eine geringere Ausbreitung von SARS, wenn der Reiseverkehr eingeschränkt ist.

Der Dollar legte im Fernosthandel auf 120,56 Yen zu von knapp 120 Yen am Montag. Der Euro stieg auf ein neues Vierjahreshoch von 131,08 Yen. Auch gegenüber dem Dollar zeigte sich die Gemeinschaftswährung mit 1,0879 Dollar nach 1,0859/65 Dollar beim Vortagsschluss in New York etwas fester. Viele japanische Anleger hätten angesichts der Unsicherheit über die Aussichten der japanischen Wirtschaft Yen verkauft, sagten Händler.

Der Preis für die US-Ölsorte Light gab zwar leicht nach, blieb aber im Vorfeld der Opec-Sitzung am Donnerstag über 30 Dollar je Barrel. Der Mai-Kontrakt lag mit 30,72 Dollar je Barrel um 15 Cent unter dem Schlusspreis an der US-Terminbörse NYMEX am Montag. Händler sagten, es sei möglich, dass die Opec eine Kürzung der Ölproduktion beschließen werde. Die europäischen Märkte waren am Ostermontag geschlossen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%