"Viele Jugendliche könnten sich verschulden"
SMS-Tarife: Künast wirft T-Mobile Marktmissbrauch vor

Verbraucherschutz-Ministerin Renate Künast hat der Telekom-Mobilfunktochter T-Mobile Marktmissbrauch wegen der teils drastischen Erhöhung von SMS-Tarifen vorgeworfen.

dpa BRÜSSEL. Handys und die damit verschickten Kurzmitteilungen gehörten zum Alltag von Erwachsenen und Jugendlichen, kritisierte die Ministerin am Montag in Brüssel.

"Hier wird Marktmissbrauch zu Lasten der Jugendlichen betrieben", sagte Künast und wies auf die Gefahr hin, dass sich nun tausende junger Mobiltelefon-Besitzer verschulden könnten. Sie gehören zu den Hauptnutzern von SMS-Mitteilungen.

"Wir werden jetzt den Markt genau beobachten", sagte die Ministerin. Sie schloss die Möglichkeit nicht aus, regulierend einzugreifen. "Der ganze Markt ist bis jetzt nicht gesetzlich geregelt." Allerdings bestehe auch die Chance, dass sich das SMS- Problem durch bessere Angebote von Mitbewerbern von alleine regele.

Ende der vergangenen Woche hatte die Erhöhung einiger SMS-Tarife bei T-Mobile bereits massive Kritik ausgelöst. Das Unternehmen hebt vom 1. Februar an für Neukunden unter anderem den Preis für netzinterne SMS bei einigen Tarifen von bisher 0,08 Euro auf 0,19 Euro an. Das ist ein Aufschlag von rund 140 %.

Telekom-Sprecher Stephan Althoff hatte die Kritik zurückgewiesen. Mehr als 70 % der SMS seien bisher zum Preis 0,39 DM oder umgerechnet rund 0,20 Euro verschickt worden. Vor allem die überwiegende Mehrheit der gerade der jugendlichen Kunden habe als Nutzer von Pre-Paid-Angeboten schon früher so viel zahlen müssen. Zudem werde in den Tarifen, die von der Erhöhung der SMS-Preise betroffen sind, die monatliche Grundgebühr um rund drei Euro gesenkt. Der Aufpreis bei Mitteilungen sei ein Ausgleich dafür.

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