Viele Kunden lassen Tickets verfallen: Wegwerf-Mentalität bei Billigflügen

Viele Kunden lassen Tickets verfallen
Wegwerf-Mentalität bei Billigflügen

Ungewöhnlich viele Kunden der Billigflieger in Deutschland lassen ihre Tickets ungenutzt verfallen. "Die Rate der Fluggäste, die nicht erscheinen, ist bei den Billigfluglinien etwa doppelt so hoch wie bei den klassischen Fluggesellschaften", sagte der Geschäftsführer der Tui-Tochter Hapag Express-Lloyd (Hlx), Wolfgang Kurth, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin. "Für uns ist das aber kein Problem, weil die Gäste ihre Tickets bereits bezahlt haben."

HB/dpa BERLIN. "Viele Leute kaufen sich die preiswerten Tickets gleich bündelweise und schauen erst später, ob der gebuchte Flug auch tatsächlich in ihren Terminplan passt", sagte Kurth. Hlx werde anders als die klassischen Fluglinien die so genannte No-Show-Rate nicht bei der Buchung berücksichtigen und mehr Tickets verkaufen als es Sitzplätze in den Maschinen gebe.

Trotz eines Kerosinpreises auf Rekordniveau werde Hlx den niedrigsten Preis von 19,99 Euro beibehalten. "Wir werden in diesem Jahr durchkommen. Wir haben 90 Prozent unseres Bedarfs bis Mitte des Jahres preislich abgesichert, bis zum Jahresende sind es 60 Prozent." Ein Versorgungsproblem erwarte er nicht. Die Lufthansa hat mit Hinweis auf den hohen Ölpreis eine Preiserhöhung von 4,5 Prozent angekündigt.

Außergewöhnlich scharf griff Kurth Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) an, der den Trend zur Billigfliegerei kritisiert hatte und die Mehrwertsteuerbefreiung für Flüge in EU-Länder streichen will. Kurth: "Da spricht jemand, der sich die teuren Linienflüge leisten kann. Will Trittin nur noch das Fliegen für Reiche?" Die Billigflieger wollten Fliegen für jedermann erschwinglich machen. "Wir reden in Deutschland von Rekordarbeitslosigkeit und Konjunkturprogrammen. Diese Branche aber wächst, wir stellen Leute ein. Was will die Bundesregierung eigentlich?"

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