Viele Menschen noch vermisst
Kontroverse in Indien über Zahl der Toten nach Erdbeben

dpa NEU DELHI. Die Angaben des indischen Verteidigungsministers über bis zu 100 000 Tote durch das verheerende Erdbeben haben am Dienstag eine Kontroverse ausgelöst. Sowohl Regierungschef Atal Behari Vajpayee als auch die Regionalregierung des am schlimmsten betroffenen Bundesstaates Gujarat wollten sich noch nicht auf eine Zahl festlegen, weil viele Menschen noch vermisst würden.

Fernandes hatte dem britischen Fernsehsender BBC gesagt: "Wenn wir über den Verlust an Menschenleben reden, sprechen wir über vielleicht 100 000 Menschen." Er bezog sich auf Aufklärungsflüge. Fernandes selbst sagte später, das sei seine "persönliche Einschätzung".

Nach Katastrophen dieser Art hatten die Behörden bislang immer die Zahl der geborgenen Leichen angegeben. Diese machte oft einen Bruchteil der tatsächlichen Zahl der Opfer aus. Nach dem Erdbeben vom vergangenen Freitag hatte die Regierung diese Praxis aufgegeben. Bislang wurden weniger als 7 000 Leichen geborgen. Dennoch schätzten schon am Montag auch offizielle Stellen die Zahl der Toten bereits auf 35 000. Etwa 100 000 Menschen werden noch vermisst.

Beobachter hielten es für eine bewusste Entscheidung von Fernandes, mit der Zahl von bis zu 100 000 Toten an die Öffentlichkeit zu gehen. Es gibt kaum noch Hoffnungen, viele Vermisste lebend zu bergen. Die BBC gilt in Indien als sehr verlässliche Quelle und ist außer mit Englisch auch mit Radiosendungen in indischen Sprachen vertreten.

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