Viele Messen fallen aus
Autokonzerne auf der Kostenbremse

Die europäischen Automobilkonzerne stehen angesichts rückläufiger Absatzprognosen voll auf der Kostenbremse. Auch Automobilmessen fallen den Sparmaßnahmen zum Opfer.

dpa FRANKFURT. Nicht nur bei Belegschaften, im Einkauf und gegenüber dem Handel wird geknausert. Auch viele Automobilmessen fallen den Sparmaßnahmen zum Opfer. München, Hamburg, Stuttgart, Saarbrücken und Turin - "alles abgesagt", bilanziert der Präsident des Verbandes der Importeure von Kraftfahrzeugen (VDIK), Volker Lange.

Ob die Berliner Autoschau "AAA" im Herbst wie gewohnt stattfinde sei auch noch nicht sicher. Der Verbandspräsident der Importmarken begründet den Ausfall zahlreicher Automobilausstellungen in diesem Jahr mit drastischen Kostensenkungsprogrammen bei den Herstellern. Auch werde heute viel intensiver darüber nachgedacht, ob der Aufwand für Automessen der zweiten und dritten Kategorie noch lohne.

Für den VDIK steht fest, dass sich neben der Mammutschau Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt hier zu Lande nur die Leipziger "Auto Mobil International" (ANI) langfristig behaupten werde. Sie findet im Gegensatz zur Frankfurter PKW-IAA (Zwei-Jahres-Rhythmus) jährlich statt, wobei in den geraden Jahren auch noch eine Fachmesse für Werkstätten, Tankstellen und Tuningfirmen angehängt wird.

Die AMI wurde 1991 von den Autoimporteuren - als Pendant zur IAA - aus der Taufe gehoben. Damals war von den deutschen Herstellern nur BMW dabei, betont Messechef Werner Dornscheidt. Heute sind alle deutschen Autohersteller bis hin zu Porsche präsent. Mit insgesamt 400 Ausstellern und 45 Marken kann die Leipziger Messe vom 13. bis 21. April einen Querschnitt der Autoindustrie bieten. Selbst die Nobelmarken Lamborghini, Aston Martin, Rolls Royce, Maserati und Ferrari setzen auf die kaufkräftigen Teile der ostdeutschen Kundschaft.

Während sich die erwarteten 250 000 Besucher vorwiegend für die Pkw-Modelle interessieren werden, stehen hinter den Kulissen zwei Themen im Mittelpunkt: Die Konjunkturperspektiven und die Brüsseler Attacke gegen die Vertriebsformen der Autobranche. In puncto Autoabsatz ist VDIK-Präsident Lange zuversichtlich, 2002 könnten in Deutschland insgesamt 3,35 (2001: 3,34) Millionen Pkw/Kombi verkauft werden. Mit attraktiven neuen Modellen und verbessertem Titelangebot bestehe durchaus die Chance, dass die Importeure wieder Marktanteile zurückholten. 2001 fielen sie auf 32,5 (33,8) Prozent zurück.

Weitaus emotionaler als auf die halbwegs berechenbare Konjunktur reagieren die Autohersteller auf das Vorhaben von EU-Wettbewerbshüter Mario Monti, die enge Verzahnung von Auto-Produzent und-Handel knacken zu wollen. "Dieses Pamphlet der EU-Bürokraten werde 100 000 Arbeitsplätze im Mittelstand vernichten und die Konzentration im Vertrieb noch forcieren", kritisiert Lange. "Wer hindert denn die Hersteller - wie Mercedes und BMW - den Verkauf über eigene Werksniederlassungen abzuwickeln?" Die Behauptung sinkender Autopreise durch die Monti-Offensive sei ebenfalls völlig unbewiesen.

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