Viele Schüler suchen Jobs
Wieder vier Millionen Arbeitslose

Die Zahl der Arbeitslosen ist Medienberichten zufolge im Juli erneut deutlich gestiegen. Unionspolitiker geben der Regierung die Schuld.

Reuters BERLIN. Die Arbeitslosenzahl ist in Deutschland im Juli nach Angaben der "Bild"-Zeitung auf 4,047 Millionen gestiegen.

Dies seien 92 000 mehr als im Juni und 249 000 mehr als ein Jahr zuvor, berichtete die Zeitung am Dienstagabend vorab. Laut "Bild" waren im Westen 2,636 Millionen Menschen arbeitslos (plus 75 900 gegenüber zum Juni), im Osten 1,411 Millionen (plus 16 700). Als Grund für den Anstieg nenne die Bundesanstalt für Arbeit , dass viele Jugendliche sich zwischen Schulabschluss und Ausbildungsbeginn arbeitslos meldeten, berichtet die Zeitung. Sollten sich die Zahlen bestätigen, stiege die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit April wieder auf über vier Millionen. Offiziell stellt die Bundesanstalt die Zahlen am Mittwoch in Nürnberg vor.

CSU gibt der Regierung die Schuld

CSU-Generalsekretär Thomas Goppel gab Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) die Schuld für die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit. "Dieser Kanzler hat die Probleme nicht angepackt, er hat sie verschludert und damit verschärft", teilte Goppel mit. Er warf Schröder vor, mit an die Wirtschaft gerichteter Kritik eigenes Versagen zu vertuschen.

Die bereinigten Zahlen sind nach Angaben aus informierten Kreisen im Juli saisonbereinigt weniger als von Volkswirten erwartet angestiegen. Um jahreszeitliche Einflüsse rechnerisch bereinigt sei die Arbeitslosenzahl um 8000 angestiegen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstagabend. Von Reuters befragte Banken-Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Anstieg von etwa 30 000 gerechnet.

Arbeitslosigkeit zentrales Wahlkampfthema

Bereits im Juni war die unbereinigte Arbeitslosenzahl entgegen dem für die Jahreszeit üblichen Trend gegenüber dem Vormonat auf 3,954 Millionen gestiegen. Im Juli 2001 waren 3,799 Millionen Arbeitslose registriert. Vor der Bundestagswahl 1998 lag sie im Juli bei 4,134 Millionen.

Die Arbeitslosigkeit ist ein zentrales Wahlkampfthema. Die Union wirft Schröder vor, seine Regierung habe diese kaum verringert. Die SPD erhofft sich Schwung für den Wahlkampf von den Vorschlägen der Hartz-Kommission zur Reform des Arbeitsmarkts, die sie noch vor der Wahl übernehmen will.

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