Viele Solidaritätsbekundungen
Welle der Hilfsbereitschaft aus deutscher Wirtschaft

Eine Welle der Hilfsbereitschaft für die Opfer der verheerenden Jahrhundertflut kommt aus der deutschen Wirtschaft. Unternehmen spenden Millionen-Beträge, um die Not der Betroffenen im Osten lindern zu helfen. Kleine wie große Firmen leisten Sachspenden, geben Rabatte sowie kostenlose Beratung. Auch die Sportprominenz will helfen. Formel-1-Weltmeister Michael Schuacher spendet 1 Million Euro.

ddp/sid/dpa BERLIN. So teilte die Deutsche Bank am Freitag mit, dass sie fünf Mill. ? zur Linderung der ersten Not in den betroffenen Gebieten zur Verfügung stellt. Darüber hinaus richtete die größte deutsche Bank ein Spendenkonto bei ihrer Sozialstiftung ein (Kontonummer 90 86000 00, BLZ 500 700 10).

Der Elektronikkonzern Siemens stellt Sach- und Dienstleistungen für 5 Millionen Euro zur Verfügung. "Wir geben vor Ort Hilfestellung, wo sie am dringendsten benötigt wird", sagte ein Siemens-Sprecher. Die Deutsche Bank stellt 5 Millionen Euro bereit.

Der Essener Energiekonzern RWE will Aufbauhilfen im Wert von einer Million Euro leisten, wie ein Sprecher sagte. Ingenieure werden in die betroffenen Regionen geschickt. Die Konzerntochter RWE-Umwelt werde Abfall beseitigen und entsorgen. RWE will auch Bargeld bereitstellen.

Die deutschen Niederlassungen des Schweizer Pharmakonzerns Roche (Basel) sagten Hilfe im Wert von einer Million Euro zu. Kliniken und Ärzte können über eine Telefon-Hotline Medizinische Geräte, Arzneimittel und technisches Fachpersonal anfordern, teilte die Hoffmann-La Roche AG in Mannheim mit.

Spendenaktion und Sonderverkauf bei Ikea und Metro

Die Möbelkette Ikea spendet 200 000 Euro und startet in ihren 29 deutschen Einrichtungshäusern eine Hilfsaktion. Wie das Unternehmen in Hofheim-Wallau mitteilte, soll vom kommenden Montag an der gesamte Umsatz aus dem Verkauf des Kaffeebechers Bang den Opfern zu Gute kommen. Ikea hofft, das insgesamt 400 000 Euro zusammenkommen.

Der Handelskonzern Metro rief seine rund 150 000 deutschen Mitarbeiter zu Spenden auf. Zu jedem von den Mitarbeitern gespendeten Euro werde die Metro einen Euro dazuzahlen, teilte der Vorstandsvorsitzende Hans-Joachim Körber in Düsseldorf mit. Die zur Metro gehörenden Praktiker Baumärkte geben Kunden in den betroffenen Gebieten einen Rabatt in Höhe von 15 % auf das gesamte Sortiment. In Sachsen und Sachsen-Anhalt gilt die Aktion in 21 Baumärkten, darunter in Dresden, Bitterfeld und Dessau. Auch in Bayern gibt es Rabatte.

Der Gütersloher Hausgerätehersteller Miele teilte mit, alle Geräte, die durch das Hochwasser Schaden genommen haben, würden durch den Miele-Werkkundendienst kostenlos überprüft. Bei Geräten, die repariert werden können, übernimmt das Unternehmen 50 % der Reparaturkosten bis zu einem Höchstwert von 150 ?. Ist eine Reparatur wirtschaftlich nicht sinnvoll, erhält der Kunde bei Neukauf eines Miele-Gerätes zehn Prozent des Kaufpreises erstattet. Der Hausgeräte-Hersteller Bauknecht (Schorndorf) stellt den von den Fluten betroffenen Gemeinden kostenlos Waschmaschinen und Wäschetrockner zur Verfügung.

Kostenlose Leihwagen, Bargeld und Rabatte

Die Autohersteller Opel, Volkswagen und Skoda teilten mit, dass Kunden aus Sachsen und Sachsen-Anhalt, deren Autos auf Grund von Hochwasserschäden nachweislich nicht fahrbereit sind, bei den Vertragshändlern kostenlos Fahrzeuge ausleihen können. Bei Skoda (Telefon-Hotline: 01805/4222) beträgt die Ausleihdauer vier, bei Opel und Volkswagen (auch für Einwohner Thüringens) drei Wochen. Außerdem legte Opel ein Zins-Sonderprogramm auf. Autobesitzern, deren Fahrzeug durch das Hochwasser wirtschaftlichen Totalschaden erlitten hat, wird einen Finanzierungs-Zinssatz von null Prozent beim Kauf eines Neufahrzeugs gewährt. Unter dem Motto "Eine Arbeitsstunde für die Flutopfer" starteten Unternehmensleitung und Betriebsrat der Adam Opel AG in Rüsselsheim zudem eine Spendenaktion. Die Mitarbeiter sind aufgerufen, einen Stundenlohn zu spenden. Einen Startbetrag in Höhe von 60 000 Euro stellte das Unternehmen bereit.

Der Münchener Autohersteller BMW gibt 1 Million Euro. Das Geld werde jeweils zur Hälfte in die verschiedenen Hilfsfonds der Landesregierungen in Dresden und München eingezahlt, sagte ein BMW - Sprecher am Freitag. Auch Daimler-Chrysler kündigte an, eine Million Euro als Wiederaufbauhilfe zur Verfügung zu stellen. Die Niederlassungen des Autokonzerns in den Hochwassergebieten stellten Fahrzeuge für den Katastrophenschutz bereit.

Auch die privaten Bausparkassen wollen hochwassergeschädigte Kunden unbürokratisch unterstützen. Ähnlich wie beim Oder-Hochwasser 1997 würden Zinsverbilligungen angeboten und Tilgungs-, Streckungs- oder Stundungsprogramme eingerichtet. Zudem würden die juristischen Möglichkeiten bei ausstehenden Tilgungszahlungen zurückhaltend gehandhabt, teilte der Verband der Privaten Bausparkassen in Berlin mit.

Die Norisbank bietet günstige Kredite. Hochwassergeschädigte bekämen einen Kredit zu einem effektiven Jahreszins von 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von 36 Monaten, teilte das Institut in Nürnberg mit. Sicherheiten seien nicht erforderlich. Eine Bearbeitungsgebühr entfalle.

Trinkwasserspende, Kleidung und Babynahrung

Angesichts eines möglichen Mangels an sauberem Trinkwasser in den Hochwassergebieten spendet die Thüringer Waldquell GmbH 150 000 Liter Getränke. Waldquell schicke Mineralwasser und Cola, teilte das Tochter-Unternehmen des Brau- und Brunnen-Konzerns in Schmalkalden mit.

Das Schuhunternehmen Deichmann will den Geschädigten mit mehreren tausend Paar Schuhen helfen. In einer gemeinsamen Aktion mit der "Bild am Sonntag" sollen Gutscheine von Hilfsorganisationen vor Ort verteilt werden, sagte ein Sprecher in Essen. Die Warenhaus-Kette Real in Mönchengladbach stellt den Menschen inden überfluteten Gebieten 2200 Transistorradios mit Batterien zur Verfügung. Außerdem will Real Babynahrung und Trinkwasser spenden.

Das Hamburger Unternehmen ECE will eine Million Euro für die Opfer der Flutkatastrophe entlang der Elbe spenden. In ihren 65 Einkaufszentren will die ECE zudem eine Sammelaktion starten. Das Unternehmen betreibt unter anderem in Dessau, Leipzig, Magdeburg und Dresden Einkaufsgalerien mitten in den Innenstädten. Das Münchener Nachrichtenmagazin "Focus" und das Hamburger Magazin "Stern" spenden einen Teil des Erlöses der kommenden Ausgaben. Für jedes im Einzelverkauf abgesetzte Heft wird ein Euro für Soforthilfe und Wiederaufbau zur Verfügung gestellt. Die Bundesarchitektenkammer rief alle Sachverständigen auf, die Opfer der Katastrophe mit einer kostenlosen Erstberatung zu unterstützen. Europas größter Touristikkonzern TUI stellt 100 Reisegutscheine mit einem Wert von je 1000 ? für Betoffene des Hochwassers und Helfer zur Verfügung.

Formel-1-Weltmeister Schumacher spendet 1 Million Euro

Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher spendet eine Million Euro. "Wenn man die Bilder in den Nachrichten sieht, ist das ganz schrecklich", sagte Schuhmacher am Rande des Großen Preises von Ungarn in Budapest. "Die Leute haben die Hilfe bitter nötig. Ich möchte etwas an die Leute zurückgeben, die uns all die Jahre unterstützt haben und treue Fans gewesen sind."

Fußball-Rekordmeister Bayern München und der 1. FC Nürnberg wollen den Opfern der Flut-Katastrophe in Ostdeutschland mit zwei Freundschaftsspielen helfen. Laut Pressechef Markus Hörwick haben die Münchner schon Kontakt zum Regionalligisten Dynamo Dresden aufgenommen, um ein Benefizspiel zu Gunsten der Hochwasser-Opfer zu organisieren. Allerdings steht das Dynamo-Stadion in Dresden derzeit noch unter Wasser.

Der "Club" wird laut Manager Edgar Geenen beim nächsten Heimspiel am 25. August gegen Hannover 96 zudem zu seiner Spendenaktion aufrufen. "In einer solchen Situation helfen keine Worte, da müssen Taten her", sagte Geenen.

Manager Rudi Assauer von Pokalsieger Schalke 04 schlägt derweil ein All-Star-Game zwischen deutschen und ausländischen Bundesligaspielern zu Gunsten der Hochwasseropfer vor. Dafür würde Schalke auch die Arena AufSchalke kostenlos zur Verfügung stellen, wie Aussauer in der Westfalenpost erklärte.

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