Viele Sturm- und Hagelschäden
Allianz Sach stellt Gewinnprognose in Frage

Die Allianz-Gruppe hat nach dem Jahrhundert-Hochwasser in Ostdeutschland ihre Gewinnprognose im deutschen Geschäft mit Schaden- und Unfallversicherungen für dieses Jahr in Frage gestellt, erwartet aber keine drastischen Ergebniskorrekturen.

Reuters MÜNCHEN. Die Allianz Sachgruppe Deutschland, in der das deutsche Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft des größten europäischen Versicherers zusammengefasst ist, sei bis zur Jahresmitte davon ausgegangen, einen Gewinn vor Steuern von 3,6 Mrd. (2001: 717 Mill.) Euro zu erreichen, erklärte Allianz-Vorstand Reiner Hagemann am Montag.

"Dies wird aber von der Schadenentwicklung im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe abhängig sein", fügte er hinzu. Bisher hat die Allianz keine Schadensschätzungen durch das Hochwasser abgegeben. Dafür sei es noch zu früh, sagte ein Sprecher. Mit dramatischen Ergebnisbelastungen rechne die Allianz Sach aber nicht, wiederholte er Äußerungen von Allianz-Vorstand Helmut Perlet.

Das Jahrhundert-Hochwasser hat vor allem in Ostdeutschland zahlreiche Städte und Dörfer entlang der Elbe und ihrer Zuflüsse verwüstet. In Sachsen kamen bisher 15 Menschen ums Leben. Die Allianz bietet in den neuen Bundesländern in Anknüpfung an altes DDR-Recht eine Komplett-Absicherung von Gebäuden mit Hochwasserschutz an, die den Angaben zufolge drei Millionen Haushalte abgeschlossen haben. "Wir haben noch kein Gesamtbild", sagte ein Allianz-Sprecher zu Schätzungen über die Belastung aus den Hochwasserschäden. "Jede Zahl, die wir jetzt nennen, wäre in einer Woche überholt, da die Schäden in weiten Teilen Ostdeutschlands und Niedersachsens noch nicht abzusehen sind".

Zahl der Sturm- und Hagelschäden fast verfünffacht

Im ersten Halbjahr 2002 seien die Beitragseinnahmen um 2,4 Prozent auf rund 6,1 Mrd. Euro gestiegen, teilte die Allianz Sach weiter mit. Dabei habe sich die Zahl der gemeldeten Schäden um zehn Prozent auf 2,2 Mill. erhöht. Die Zahl der Sturm- und Hagelschäden habe sich auf 213 000 verfünffacht. Wegen der geringeren Belastung durch Großschäden sei der Aufwand für Versicherungsfälle aber nur um 5,4 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro gestiegen. Außerordentliche Erträge aus dem Verkauf von Anteilen an der Hypo-Vereinsbank und der Mannesmann AG blähten das Kapitalanlageergebnis im ersten Halbjahr auf 2,2 Mrd. Euro auf.

Für das Gesamtjahr 2002 rechnet die Allianz Sach mit einem weniger starken Anstieg der Beitragseinnahmen als im ersten Halbjahr. Der versicherungstechnische Verlust werde voraussichtlich leicht zurückgehen (2001: 144 Mill. Euro).

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