Viele Unternehmen kürzen ihre Etats für 2002
Konzerne investieren weniger

Die deutsche Wirtschaft stellt sich auf ein schwieriges Jahr 2002 ein. Einer Umfrage des Handelsblatts zufolge streicht die Hälfte der Dax-30-Firmen ihre Investitionen im kommenden Jahr zusammen. Aber es gibt auch Lichtblicke.

FRANKFURT/M. Jedes zweite Unternehmen im Dax-30 fährt angesichts der Konjunkturschwäche im kommenden Jahr seine Investitionen zurück. Nach einer Handelsblatt-Umfrage sind besonders der Technologiebereich sowie die konjunktursensiblen Branchen wie Chemie und Luftfahrt betroffen. Nur fünf der 30 wichtigsten börsennotierten deutschen Unternehmen, zumeist aus dem Versorger- und Pharmabereich, wollen ihre Investitionen aufstocken.

Die weitere Verschlechterung der Konjunktur in Folge der Terroranschläge in den USA habe spürbare, aber keine dramatischen Auswirkungen auf das Investitionsverhalten, so der Tenor. Dennoch haben viele Manager ihre Investitionspläne verändert. So wird die Chemie-Branche nach Einschätzung von BASF-Vorstand Jürgen Hambrecht ihre Investitionspläne für die nächsten Jahre weltweit um rund ein Viertel herunterschrauben. Sowohl BASF als auch der Konkurrent Bayer wollen ihre Investitionen im kommenden Jahr auf die Höhe der Abschreibungen reduzieren. Auch der Chemiekonzern Degussa verringert seine Ausgaben 2002 leicht.

Ein ähnliches Bild bietet sich im Technologiesektor. So werden die Deutsche Telekom sowie die Siemens-Gruppe mit ihren Beteiligungen Epcos und Infineon ihre Budgets voraussichtlich kürzen. Beim Softwareanbieter SAP, der sich zu den Plänen offiziell nicht äußern wollte, deutet eine restriktivere Personalpolitik ebenfalls auf reduzierte Etats hin.

Flaute im Luftfahrt- und Tourismussektor

Der Luftfahrt- und Tourismussektor spürt die Flaute besonders deutlich. Lufthansa-Chef Jürgen Weber, der angesichts der Luftfahrtkrise nach den Anschlägen vom 11. September zunächst einen Investitionsstopp verhängte, hat 2002 den Investitionsetat gut halbiert. Der Touristikriese Preussag plant ebenfalls eine Budgetkürzung. Abwärts geht es auch im Anlagenbau. Sowohl Linde als auch MAN greifen zum Rotstift. Branchenexperten erwarten zudem bei Thyssen-Krupp geringe Budgets.

Ein geteiltes Bild zeichnet sich dagegen in der Automobilindustrie ab. Während Daimler-Chrysler seine Investitionen zurückfahren will, geht Volkswagen davon aus, sie auf Vorjahresniveau zu halten. Im Gegensatz dazu wird BMW seinen Etat wahrscheinlich aufstocken. Auch im Finanzsektor gibt es kein klares Branchenbild. Der Versicherungsdienstleister MLP hält seine Ausgaben auf Vorjahresniveau. Ähnliches wird wohl auch für die Hypovereinsbank gelten. Dagegen setzt die Commerzbank im IT- und Kommunikationsbereich den Rotstift an.

Positive Signale aus dem Bereich Pharma und Gesundheit

Aufwärts geht es mit den Budgets im Pharma und Gesundheits-Bereich: Schering will im kommenden Jahr die Ausgaben auf 270 Mill. Euro hoch schrauben. Fresenius Medical Care hält an den bisherigen Investitionsplänen fest. Auch die konjunkturrobusten Versorger stocken ihre Pläne auf. So gehen sowohl Eon als auch der Konkurrent RWE davon aus, mehr zu investieren als im Jahr 2001. Die Deutsche Post erwartet wegen der Erstkonsolidierung des Expressdienstleisters DHL mehr Investitionen.

Gravierende Einschnitte sind auch in den besonders vom privaten Verbrauch abhängigen Bereichen nicht zu erwarten: Der Konsumgüterhersteller Henkel will seinen Investitionsetat bereinigt um Verkäufe konstant halten. Auch der Handelsriese Metro rüttelt nicht an den Investitionsplänen.

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