Viele Unternehmen präsentieren bessere Ergebnisse als erwartet
Wall Street schließt nach Greenspan-Rede fester

Die New Yorker Börsen haben sich am Donnerstag fester präsentiert. Die Standardwerte im Dow-Jones-Index legten knapp 0,7 % zu, während die Technologiewerte an der Nasdaq um gut 1 % stiegen. Grund dafür war neben soliden Unternehmensberichten ein optimistischer Ausblick des Notenbankchefs Alan Greenspan.

tor/hha NEW YORK. Der Fed-Präsident begründete seinen Konjunkturoptimismus vor allem mit den positiven Effekten des Lagerabbaus auf die Industrieproduktion. Nach Schätzungen von Analysten haben die US-Firmen allein im letzten Quartal 2001 ihr Inventar um mehr als 100 Mrd. $ verringert. Bei stabiler Nachfrage seien die Unternehmen gezwungen, so der Notenbank-Chef, neue Waren zu bestellen. Das wiederum habe positive Auswirkungen auf das Einkommen und die Konsumausgaben.

Der Lagereffekt könne der Wirtschaft jedoch nur kurzfristig auf die Beine helfen. Um den Konjunkturmotor wieder zum Laufen zu bringen, müsse die gesamtwirtschaftliche Nachfrage dauerhaft steigen. Da die Möglichkeiten des privaten Verbrauchs angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit begrenzt seien, komme es verstärkt auf die Investitionen der Unternehmen an. Auch hier zeigte sich Greenspan optimistisch: Die harten Sanierungsmaßnahmen vieler Firmen hätten gute Voraussetzungen für steigende Gewinne geschaffen. Mit einer besseren Ertragslage würden sich auch die Investitionen erholen.

Die Chancen für eine Leitzinssenkung am kommenden Mittwoch haben sich nach Einschätzung der Marktteilnehmer verringert. Die Fed-Fund - Futures für Februar sanken nach der Greenspan-Rede um drei Basispunkte auf 1,73 %. Sie liegen damit nur noch knapp unter dem Leitzins von 1,75 %. Dies zeige, dass die Märkte nicht mehr mit einer Zinssenkung rechnen.

Zusätzlichen Auftrieb bekam der Konjunkturoptimismus durch die Arbeitsmarktstatistik: Die Erstmeldungen zur Arbeitslosigkeit sind in der letzten Woche überraschend gesunken.

Wie bereits am Vortag legten vor allem Technologiewerte zu. Die ermutigenden Quartalszahlen des finnischen Mobiltelefon-Herstellers Nokia lieferten schon vor der Eröffnungsglocke positive Impulse. Davon profitierten Aktien der Hersteller von Chips, die in Mobiltelefonen Verwendung finden: Texas Instruments lagen 6,5 % im Plus, RF Micro Devices kletterten um 8 %.

Zum Aufschwung trugen Siebel Systems mit einem Plus von 7 % bei. Der Hersteller von E-Business-Software hatte am Dienstag nach Börsenschluss mit seinem Quartalsgewinn die Erwartungen der Analysten übertroffen. Aktien von EMC legten 14 % zu, nachdem der Produzent von Speichersystemen einen geringeren Verlust gemeldet hatte als erwartet. Damit liegt das Unternehmen im Trend: Nach Angaben des Finanzinformationsdienstes Bloomberg haben etwa 60 % der Unternehmen, die bereits Ergebnisse für das vorige Quartal veröffentlicht haben, die Erwartungen der Analysten überboten. Das entspricht ungefähr dem historischen Durchschnitt.

Im Gesundheitssektor verloren die Aktien des Pharmakonzerns Eli Lilly 1,5 %. Die Gesellschaft hat im 4. Quartal 14 % weniger Gewinn gemacht als im Vorjahr. Gewinner unter den Blue Chips waren Eastman Kodak mit einem Plus von knapp 7 %. Der Fotokonzern hat im 4. Quartal wegen Restrukturierungskosten 206 Mill. $ Verlust gemacht. Ohne Sondereffekte bleiben allerdings 12 Cent Gewinn je Aktie. Für die zweite Jahreshälfte rechnet das Unternehmen mit steigenden Gewinnen.

Als 16. deutsches Unternehmen ist seit Donnerstag die Bayer AG an der Wall Street notiert. Die Aktie wurde für 33,11 $ gehandelt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%