Viele Web-Sites wollen bei Dot-Com bleiben
Das Interesse an den Not-Coms ist begrenzt

In der Welt der Dot-Coms reagieren viele Web-Site-Betreiber zurückhaltend auf die Not-Coms - die sieben neuen Bereiche für Internet-Domains, die in den nächsten Monaten nach und nach zur Verfügung stehen werden.

ap NEW YORK. "Ich habe schon darüber nachgedacht", sagt Marilyn Bell, deren Web-Site kodiakisland.com Informationen über eine Insel in Alaska bietet. "Aber ich denke, .com wird bei vielen Menschen immer der erste Gedanke sein, wenn sie an das Internet denken."

Die Endung .com ist mit weitem Abstand die beliebteste unter den insgesamt 252 Kennzeichnungen für Web-Sites. Sie ist zum Inbegriff für das Internet geworden - aber auch für Aufstieg und Fall der New Economy. Um der wachsenden Nachfrage nach Internet-Adressen gerecht zu werden, hatte die Internet-Verwaltung ICANN im vergangenen Jahr sieben neue Endungen gebilligt. Es war die erste größere Erweiterung des globalen Computernetzes seit Mitte der 80er Jahre.

Als erster neuer Domain-Bereich ist jetzt .info in Betrieb gegangen, am 1. Oktober soll .biz und am 13. Dezember .name folgen. Die Termine für die anderen Top-Level-Domains wie .museum, .coop und .aero stehen noch nicht fest. Eine Entscheidung über .pro wurde vertagt.

Geschäftskunden haben wenig Interesse

Geschäftskunden zeigten derzeit relativ wenig Interesse an den neuen Endungen, berichtet Jeff Harmes, Urheberrechtsanwalt aus Seattle. "Das Gefühl der Dringlichkeit ist erheblich geschwunden. Und viele Domain-Namen stehen plötzlich auch wieder zur Verfügung, weil die Firmen, die sie benutzten, nicht mehr existieren." Die neuen Domains seien vermutlich noch für einige Zeit die hässlich Stiefkinder der Dot-Coms, sagt Chris Bura von der Registrierungsfirma AllDomains.com.

Auf der Höhe des Dot-Com-Booms waren gute .com-Namen so stark gefragt, dass einige Firmen bereit waren, Millionen Dollar nur für den Namen hinzulegen. Business.com erzielte die Rekordsumme von 7,5 Millionen Dollar. Aber mit dem Fall der New Economy fiel auch die Nachfrage nach den Internet-Adressen. "Viele Domains, die wir jetzt für 8 000 oder 10 000 $ verkaufen, hätten vor 18 Monaten 50 000 bis 150 000 $ gebracht", sagt Greg McLemore von WebMagic, einer Risikokapitalfirma aus Pasadena in Kalifornien.

Das anfänglich große Interesse an den Endungen .biz und .info kam von Spekulanten, die hofften, gute Namen für viel Geld verkaufen zu können, und von Firmen, die ihren Markennamen schützen wollten. So sicherte sich zum Beispiel die Firma Dell Computer rund 20 Namen unter beiden Endungen, konkrete Pläne zur Verwendung gibt es aber noch nicht. Stärkeres Interesse gibt es im Ausland, wo .com als amerikanische Internet-Endung gilt. NeuLevel, die Vermarktungsfirma für .biz-Domains, gab schon Millionen von Dollar für Anzeigen aus, in denen .biz als die erste wirklich globale Unternehmensadresse angepriesen wurde.

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