Viele Werke in Deutschland
Spanischer Bildhauer Chillida ist tot

Der spanische Künstler Eduardo Chillida, einer der bedeutendsten Bildhauer der Welt, ist gestorben. Wie seine Familie mitteilte, starb der 78-jährige Baske am Montag in seiner Heimatstadt San Sebastian in Nordspanien friedlich und ohne Schmerzen. Der Künstler wurde vor allem mit riesigen abstrakten Eisenplastiken berühmt, etwa mit den monumentalen "Windkämmen" vor dem UNESCO-Gebäude in Paris oder der im Jahr 2000 aufgestellten Plastik "Berlin" vor dem Kanzleramt in der deutschen Hauptstadt.

HB SAN SEBASTIAN. Das sechs Meter hohe und 90 Tonnen schwere Kunstwerk besteht aus zwei Eisenpfeilern, an deren Enden gewundene Stäbe wie Hände ineinander greifen. Das Kunstwerk wird als Symbol der deutschen Wiedervereinigung interpretiert. Für Frankfurt am Main schuf Chillida 1986 das "Haus für Goethe" und 1994 "Gruß an Heidegger", im Rathaushof zu Münster ist die Skulptur "Toleranz und Dialog" (1993) zu sehen. In der Bonner Innenstadt wurde 2001 die Plastik "De Musica IV" aufgestellt.

Der Künstler war in Spanien lange Zeit verkannt worden und hatte im Ausland mehr Erfolg gehabt als zunächst in seiner Heimat. Museen in den Metropolen widmeten ihm Einzelausstellungen, etwa in Paris, New York, Berlin, Bilbao oder Amsterdam. Bereits 1958 erhielt er den großen internationalen Preis für Skulpturen auf der Kunst-Biennale in Venedig, 1960 folgte der Kandinsky-Preis und später weitere internationale Preise wie der japanische Praemium imperiale. In Deutschland wurde Chillida unter anderem mit dem Karl-Wolf- Kunstpreis, dem Kaiserring der Stadt Goslar, dem Wilhelm- Lehmbruck- Preis der Stadt Duisburg und dem Piepenbrock Preis für Skulptur.

Chillida war seit längerem gesundheitlich angeschlagen und in der Öffentlichkeit nicht mehr in Erscheinung getreten. Im September 2000 erfüllte er sich einen Lebenstraum und eröffnete in Hernani bei San Sebastian in einem alten Bauernhaus sein eigenes Museum. Zu den Gästen zählte damals auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).

Eines von Chillidas größten Projekten blieb unerfüllt. Die Aushöhlung des Tindaya-Bergs auf der Kanaren-Insel Fuerteventura, den er in ein Kunstwerk verwandeln wollte, scheiterte am Widerstand von Naturschützern und lokalen Politikern.

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