Vielfalt der Systeme verwirrt Verbraucher: Kaum Akzeptanz von Internet-Zahlmethoden

Vielfalt der Systeme verwirrt Verbraucher
Kaum Akzeptanz von Internet-Zahlmethoden

Mit neuen Bezahlsystemen wollen Internet-Unternehmen die Sorgen der Verbraucher vor Daten-Missbrauch beim Online-Kauf ausräumen, doch einer Studie zufolge stoßen auch die Neuentwicklungen auf große Skepsis.

Reuters BERLIN. Bislang sind Kreditkarten, Überweisungen, Nachnahmen und Lastschriftenverfahren die gängigsten Bezahlmethoden im Netz. Die neuen Verfahren wie etwa das Bezahlen per Handy oder Wertkarte seien nicht einfach genug, sagt Helga Zander-Hayat von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Und so nutzen nach einer Umfrage der Universität Karlsruhe nur rund sieben Prozent der Käufer im Internet die neuen Systeme, mit denen sowohl kleinere als auch größere Beträge beglichen werden können.

Dass der Handel im Internet nicht in Schwung kommt, hat aber noch eine andere Ursache. Gut die Hälfte aller Internet-Nutzer, die noch nie online eingekauft haben, haben der Studie zufolge Angst davor, dass ihre Daten wie etwa die Kreditkartennummer in falsche Hände geraten. Und auch die Internet-Händler haben Probleme mit den bislang angebotenen Zahlmethoden. Die Kosten für den virtuellen Zahlungsverkehr sind im Vergleich zum Bargeldverkehr höher. Angebote, die nur wenige Cent oder Euro kosteten, rechneten sich nicht für Online-Händler, sagt Markus Schaffrin vom Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco).

Deshalb tüfteln zahlreiche Unternehmen und Banken an neuen Bezahlsystemen, die das Einkaufen im Netz für Anbieter und Kunden bequemer und sicherer machen sollen als die klassischen Verfahren. "Net900", "Streetcash" und "Paysafecard" sind einige dieser so genannten "Micro"- und "Macro-Payment"-Verfahren. Mal wird per Handy und Geheimnummer, mal über die Telefonrechnung oder per Wertkarte bezahlt, die einer Telefonkarte vergleichbar ist und die vor dem eigentlichen Internet-Geschäft gekauft werden muss.

Die Vielfalt der Systeme verunsichere die Verbraucher, sagt Robert Wagner vom Rheinisch-Westfälischen TÜV. Zudem gebe es keine eindeutige Tendenz, welches der neuen Verfahren sich durchsetze. "Jeder Händler hat ein anderes System", sagt Schaffrin. Auch gebe es zu wenig Anbieter, die die neuen Verfahren anböten. Zudem sind Kunden seiner Einschätzung nach im Ändern ihres Bezahlverhaltens eher zurückhaltend: "Die Deutschen wechseln häufiger den Lebenspartner als ihre Zahlungsgewohnheiten", sagt der Internet-Experte.

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