Vielseitigkeit
Reiter mit starkem Auftakt

Die deutschen Vielseitigkeitsreiter haben den Dressurteil mit einer starken Mannschaftsleistung und Platz zwei abgeschlossen. Ingrid Klimke liegt auf Rang drei bei der Einzelwertung.

Als Ingrid Klimke voller Freude aus dem Dressurviereck ritt, dachte sie sofort an Tochter Greta daheim in Münster. "Wenn es in Deutschland Tag wird, werde ich sie anrufen und ihr erzählen, dass ich ihr heute mit diesem Ritt ein schönes Geschenk gemacht habe", sagte Klimke. Am 6. Geburtstag von Greta hatte die Vielseitigkeitsreiterin beim olympischen Turnier in Hongkong mit einem Bravourstück in der Dressur Rang drei belegt und die deutsche Mannschaft damit auf den zweiten Platz geführt.

"Das war eine starke Leistung von Ingrid", lobte Bundestrainer Hans Melzer die Vorstellung der 40 Jahre alten Tochter des sechsmaligen Dressur-Olympiasiegers Reiner Klimke. "Es hat fast alles geklappt", sagte die Reiterin. Nur einmal sei ihr elf Jahre alter Hannoveraner Abraxxas etwas beunruhigt gewesen, als ihn im Reiterstadion von Sha Tin zwei Vögel störten. "Das war aber zum Glück schnell wieder vorbei", so Klimke.

"Eine tolle Leistung. Jetzt haben wir im Einzel und in der Mannschaftswertung einen Fuß in der Tür", sagte Melzer. Im Team-Wettbewerb führen die starken Australier mit 102,80 Minuspunkten vor den Deutschen (110,50) und den USA (115,60). Am Montag geht es für die "Buschreiter" ins Gelände, am Dienstag werden nach dem Springen die Medaillen im Einzel und in der Mannschaftswertung vergeben.

Neben Klimke zeigte auch Andreas Dibowski eine starke Vorstellung im dritten und letzten Dressurblock des Turniers. Der Profi-Reiter aus Egestorf erzielte mit dem elf Jahre alten Wallach Butts Leon sein bislang bestes Dressurergebnis und übernahm den elften Rang. "Es hat sich ausgezahlt, dass ich mich so intensiv auf diesen Wettkampf vorbereitet habe. Immer wieder bin ich die Dressur im Kopf durchgegangen", sagte Dibowski.

Der 42 Jahre alte Dibowski war als Ersatzreiter erst in letzter Minute für Bettina Hoy in die Mannschaft gerückt und brachte nach seiner unerwartet starken Vorstellung alle ins Schwärmen. "Das war die beste Dressur, die ich von Andreas gesehen habe", meinte Melzer. Hoys Pferd Ringwood Cockatoo hatte sich kurz vor Olympia verletzt, so dass die Team-Weltmeisterin ihre Teilnahme absagen musste.

Bereits am Samstag hatten die ersten drei deutschen Teilnehmer für einen guten olympischen Auftakt gesorgt. Die beste Leistung zeigte Hinrich Romeike. Der Zahnarzt aus Nübbel belegte mit Marius (37,40) den siebten Platz. Frank Ostholt aus Warendorf kam mit Mr. Medicott (44,60) auf den 21. Platz. Nur der Lindewitter Peter Thomsen fiel mit The Ghost of Hamish (53,30) etwas ab und belegte den 46. Platz. Es führt die Australierin Lucinda Fredericks mit Headly Britannia (30,40).

"Die Stärken von Peter Thomsen liegen ganz klar im Gelände. Da wird er noch sehr wertvoll für uns", sagte Melzer. Und auch Klimke dürfte am Dienstag wieder zu großer Form auflaufen. Dann nämlich hat ihre Tochter erneut einen wichtigen Termin. Zwei Tage nach ihrem sechsten Geburtstag wird Greta eingeschult.

© SID

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