Vielseitigkeitsreiter fühlen sich betrogen
Appell an Rogge

Das allerletzte Wort scheint noch nicht gesprochen zu sein - die Verantwortlichen der deutschen Vielseitigkeitsreiter-Equipe setzen alles daran, dem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs und der Aberkennung der Goldmedaillen entgegen zu wirken.

HB ATHEN. Mit einem verzweifelten Hilferuf an IOC-Präsident Jacques Rogge haben die deutschen Vielseitigkeitsreiter auf den Schock der verlorenen Goldmedaillen reagiert. In einem leidenschaftlichen Plädoyer flehte Hinrich Romeike am Tag nach einer der umstrittensten Entscheidungen in der Olympia-Geschichte um Fairplay und forderte eine Änderung des Urteils: "Wir akzeptieren nicht, dass uns die Medaillen vom Hals gerissen werden wie Dopingsündern." Unterstützung erhielt er von den vielen Sportlern, den Reitsportverbänden und Innenminister Otto Schily.

Bei einem Aufsehen erregenden Auftritt versuchte Romeike als Vertreter des Teams, sich gegen das Votum des Internationalen Sportgerichtshofes CAS zu wehren. "Ob es Jacques Rogge gelingt, eine salomonische Entscheidung zu finden, weiß ich nicht", sagte Schily nach seiner Ankunft in Athen, wo auch ein Treffen mit dem IOC-Chef geplant ist. Der Aufruf der Reiter scheint allerdings ein Griff nach dem Strohhalm zu sein, denn mehr als eine symbolische Geste lassen die Regularien des IOC kaum zu.

Immerhin wurde das Thema bereits am Sonntagmorgen im Exekutivkomitee des IOC angesprochen, bestätigte Thomas Bach. Dabei sei für die Situation der Athleten Verständnis gezeigt worden. Der IOC-Vizepräsident betonte aber: "Das Urteil ist endgültig." "Unseren Beistand bekommen sie", sagte Ulla Salzgeber am Sonntag, einen Tag nachdem ihr die Freude über das Teamgold in der Dressur "durch die Nachricht vom Urteil fast vergangen ist". Hinter den Kulissen versucht derweil die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) mit Unterstützung des Weltverbandes (FEI) den Schaden zu begrenzen.

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